Review: Star Trek DSN 105 – Die Reise nach Risa

Lesezeit circa: 5 Minuten

Die Reise nach Risa sorgt für kräftig Miss-Stimmung bei den urlaubenden Offizieren.

Ein (leider) überfälliger Flop

Jadzia Dax (Terry Farrell), Worf (Michael Dorn), Quark (Armin Shimerman), Julian Bashir (Alexander Siddig) und Leeta (Chase Masterson) machen Urlaub auf Risa, um sich zu entspannen. Doch ihre schönen Pläne scheitern aus diversen Gründen. Der Klingone bleibt die ganze Zeit steif und kontrolliert, der Arzt und die Bajoranerin flirten mit allem und jedem, nur nicht miteinander, der Ferengi denkt nur an Profit und die Trill trifft eine alte Freundin.

Irgendwann wird es Worf zu viel. Er hält von den Eskapaden der anderen nichts und schließt sich deshalb einer Gruppierung namens Essentialisten an, die angeblich vorhat, die Leute aus ihrer Dekadenz aufzuwecken. Doch am Ende könnte der Offizier alles nur schlimmer als besser gemacht haben.

Bislang hat die fünfte Staffel von Deep Space Nine einen Lauf. Nahezu alle Episoden, die bisher in ihr gelaufen sind, waren großartig. Bis auf Gefährliche Liebschaften, wo allerdings nur der B-Plot enttäuschte. Höhepunkt war dabei sicherlich die letzte Folge Immer die Last mit den Tribbles. Deshalb musste auch irgendwann eine enttäuschende Episode kommen. Doch dass Die Reise nach Risa so ein derartiger Flop sein würde, das hätte ich nicht gedacht.

Ach, die beiden waren zusammen?

Zugegeben: In dieser Folge entwickeln sich so manche Beziehungen in unterschiedliche Richtungen weiter. Vor allem was diese zwischen Worf und Jadzia Dax angeht, erreichen die beiden eine wesentliche Fortentwicklung, die das Beziehungsgeflecht zwischen ihnen nur noch verstärkt.

Auch muss man Die Reise nach Risa zugutehalten, dass die Macher der Folge zumindest ansatzweise versucht haben, die Motivationen der jeweiligen Figuren zu erklären. Doch das gelingt ihnen nur bedingt. Derweil man nach Worfs Erläuterung nachvollziehen kann, wieso er sich so steif und kontrolliert gibt, wirkt es bei den anderen nicht so überzeugend.

Fangen wir mit Julian Bashir und Leeta an. Dass die beiden ein Paar sind, hat man vergessen. Was auch daran liegt, dass dieser Plot nie so wirklich aufgegriffen und weiterentwickelt wurde. Und statt das Miteinander des Arztes und des bajoranischen Daboo-Mädchens mal fortzuentwickeln, wurde zuletzt vor allem eine Beziehung zwischen ihr und Rom begonnen. Dass sie jetzt ihre Liebe zu dem Ferengi gesteht und daher die Liaison mit dem Doktor beendet, wirkt wie nachträglich eingefallen. Fast so, als ob den Verantwortlichen in der letzten Minute noch einfiel, dass da noch was war, was sie mit dieser Folge abwickeln könnten.

Glaubwürdig?

Ebenfalls hätte es Die Reise nach Risa gutgetan, wenn statt Quark Rom mitgereist wäre. Denn der Barkeeper wirkt die ganze Folge wie ein Fremdkörper. Vermutlich soll er als Comedyrelief dienen, in einer ohnehin schon als lustig konzipierten Episode. Nur dass er diese Funktion zu keinem Moment glaubwürdig ausüben kann. Er ist am Ende einfach nur da und mehr nicht. Es fehlt das gewisse Etwas – das, was seinem Dasein in dieser Episode einen realistischen Sinn und Zweck gibt.

Der fehlt übrigens auch bei Worfs Reaktionen. Die ganze Zeit gibt er sich in Die Reise nach Risa steif und kontrolliert. Nur um dann letzten Endes, weil er die Eskapaden seiner Mitreisenden nicht mehr mitansehen kann, sich einer radikalen Gruppe anzuschließen, die diese Dekadenz bekämpfen will. Nur dass dieser Grund absolut nicht nachvollziehbar wirkt, sondern vielmehr wie an den Haaren herbeigezogen erscheint. Eine solche Engstirnigkeit hätte man bei ihm eher in Sachen klingonischen Sitten erwartet.

Überhaupt wirken die Essentialisten absolut lachhaft. Ein wenig hat man das Gefühl, hier wird sich an religiösen Fanatikern orientiert. Doch allen Mitgliedern der Truppe, einschließlich ihres Anführers Fullerton (Monte Markham), fehlt das nötige Charisma, um als glaubwürdige Bedrohung zu wirken. Stattdessen erscheinen sie wie daherstolpernde Tölpel, die es irgendwie schaffen, Worf von ihrem Anliegen zu überzeugen und Risa in Gefahr zu bringen.

Die Reise nach Risa ist eine der schlechtesten Deep Space Nine-Folgen insgesamt. Auch der Titel kann nicht überzeugen. Denn die Offiziere sind ja in der Episode schon auf dem titelgebenden Planeten angekommen, sie reisen nicht dahin. Da passt der Englische Originaltitel Let He Who Is Without Sin… besser, da es in dieser Folge auch um das Thema Sünde geht.

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Götz Piesbergen

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