Star Trek 3 Auf der Suche nach Mister Spock
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Review: Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock

Lesezeit circa: 9 Minuten

Spock kann wiedergeboren werden, aber der Preis dafür ist die Enterprise.

Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock – Star Trek III – The Search for Spock
105 Minuten

Rückkehr zum Genesis-Planeten

In Star Trek II – Der Zorn des Khan war das Undenkbare geschehen: Spock war gestorben.
Der Film war gerade eben in den Kinos angelaufen, als bei Paramount bereits feststand, dass es einen Star Trek III geben würde. Ebenfalls stand schnell fest, dass es in dem Film um eine Suche nach Spock gehen sollte. Ob Spock allerdings auch am Ende gefunden wird und wenn, ob dann auch Nimoy in die Rolle zurückkehren würde, war noch anfangs unklar. Für eine Rückkehr machte Leonard Nimoy zur Bedingung, die Regie übernehmen zu dürfen. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt und nun stand einer Suche nach Mr. Spock nichts mehr im Wege.

Nach der Rückkehr der Enterprise vom Genesis-Planeten, wird Krik von Sarek, Spocks Vater erwartet. Er vermutet, dass Spock sich kurz vor seinem Tod mit einem Freund geistig verschmolzen hatte und so seine Katra, seine Seele in einen anderen Körper transferiert hat. Und tatsächlich zeigen die Bildaufzeichnungen, dass Spock McCoy kurz berührt hat.
Sarek bittet Kirk, sowohl die Leiche Spocks als auch McCoy nach Vulkan zu bringen, damit in einer Prozedur McCoy von seinen Qualen befreit werden kann.
Allerdings soll die Enterprise verschrottet und die Crew auf andere Schiffe verteilt werden. Kirk widersetzt sich allen Befehlen und zusammen mit McCoy und den Offizieren entführen sie die Enterprise, um nach Genesis zu fliegen.
David Marcus und Saavik untersuchen inzwischen den neu entstandenen Planeten.
Sie stoßen auf einen kleinen vulkanischen Jungen, der anscheinend über keinerlei Wissen verfügt. Es ist offenbar Spock, der unter dem Einfluss des Genesis-Effektes neu geboren wurde. Sie ahnen nicht, dass Klingonen vom Genesis-Projekt gehört haben.
Commander Kruge ist ganz wild, die Pläne in seinen Besitz zu bringen. Er nimmt David, Saavik und den mittlerweile um einige Jahre gealterten Vulkanier gefangen.
Als die Enterprise das System erreicht, erkennt Kruge in Kirk jenen Sternenflottenoffizier, der kürzlich mit dem Genesis-Projekt zu tun hatte. Nur von ihm, so glaubt er, könne er die vermeintliche Waffe bekommen. Er tötet David, um Kirk unter Druck zu setzen. Kirk gibt aber wie gewohnt nicht auf. Er aktiviert die Selbstzerstörung der Enterprise und die Crew rettet sich auf den Planeten.
Der Planet und auch Spock altern aber zusehends und Kirk muss einen Weg finden, den Planeten zu verlassen. Er fordert Kruge heraus, besiegt ihn in einem Zweikampf. Nun kann die Crew zusammen mit Spock und Saavik den Planeten im klingonischen Raumschiff verlassen und nach Vulkan fliegen. In einer Zeremonie wird Spocks Katra aus McCoy in den Körper des Vulkaniers transferiert, der nun genau das Alter erreicht hat, in dem Spock ursprünglich gestorben ist.

Star Trek 3 Auf der Suche nach Mister Spock

Eine Sprache für die Klingonen

Im dritten Star Trek-Film hat es Kirk erstmals direkt mit den Klingonen zu tun. Im ersten Kinofilm spielten sie ja keine nennenswerte Rolle. James Doohan hatte damals in Star Trek – Der Film die ersten Grundlagen für die spätere klingonische Sprache geschaffen. Er erdachte sich die Worte, die Mark Lenard als Klingone spricht. Als Lenard bei Star Trek III – Auf der Suche nach Mr. Spock in seiner Rolle als Spocks Vater zurückkehrte, schlug er vor, die Klingonen in einer eigenen Sprache sprechen zu lassen, so wie er es im ersten Film schon vorgemacht hatte. Marc Okrand wurde beauftragt, die klingonischen Worte zu erfinden, die im Film gesprochen werden sollten. Okrand hatte schon bei Star Trek II die vulkanischen Laute erdacht, die Spock und Saavik sprachen. Aber was er jetzt leistete, war unglaublich. Er schuf im Laufe der nächsten Jahre eine komplette Sprache für die Klingonen, in der man sich sogar unterhalten kann. So etwas hatte bisher nur J.R.R. Tolkien für seine Völker Mittelerdes gemacht.
Von der klingonischen Sprache ist in der deutschen Kinoversion von Star Trek III nicht das Geringste übriggeblieben. Gnadenlos wurden alle Dialoge synchronisiert, ob es sich nun um englische Dialoge oder um die klingonischen handelt.
Im Directors Cut von 2003 wurden die deutschen Dialoge der Klingonen wieder entfernt. Dieser Cut ist aber nur auf DVD erhältlich und bis jetzt nicht auf Blu-Ray erschienen.

Der wichtigste Klingone in Star Trek III war Kruge, gespielt von Christopher Lloyd. Seine Filmkarriere begann 1975 mit Einer folg über das Kuckucksnest. In Star Trek III erreichte er nicht die Beachtung, die im letzten Film Ricardo Montalbán als Khan erreicht hatte und insofern verbindet man Lloyd heute viel mehr mit den Zurück in die Zukunft Filmen, wo er Doc Brown gespielt hat.
Leider sind die Klingonen und eben auch ihr Kommandant Kruge keine sehr guten Beispiele für das wichtigste Gegnervolk des Star Trek-Universums. Selbst in der Original-Serie hat es schon besser charakterisierte und gespielte Klingonen gegeben als in diesem Film. Man könnte kritisieren, dass diese Klingonen sich in keinster Weise ehrenhaft verhalten, wenn sie einen wehrlosen jungen Wissenschaftler kaltblütig ermorden. Aber diese Ehrenhaftigkeit gab es 1984 noch gar nicht, die kam erst in Star Trek – The Next Generation auf.

Ursprünglich sollten die Gegner im Film romulanisch sein. Man hatte sogar schon ein Raumschiff im romulanischen Stil gebaut, als die Romulaner durch Klingonen ersetzt wurden. Damit die Arbeit nicht umsonst war, sollten nun die Klingonen das romulanische Raumschiff fliegen. Es sollte quasi ein erbeutetes Schiff sein. Im Laufe der Dreharbeiten trat diese Idee aber immer mehr im Hintergrund und wurde nicht erwähnt. Daher gilt heute der Bird of Prey als ein ur-klingonisches Schiff.

Star Trek 3 Auf der Suche nach Mister Spock

Saavik geht und Saavik kommt

Zwischen Star Trek II und III sollten nur wenige Tage oder Wochen vergangen sein. Kirks Sohn David Marcus und die Vulkanierin Saavik spielten wieder mit. Allerdings gab es Probleme mit Kirstie Alley, der Saavik Darstellerin. Offenbar konnte man sich nicht über die Höhe ihrer Gage einigen, und somit wurde die Rolle mit einer anderen Schauspielerin neu besetzt: Robin Curtis. Diese hatte leider mit Kirstie Alley keinerlei Ähnlichkeit. Das unterschiedliche Aussehen wurde noch dadurch betont, dass Curtis eine gänzlich andere Frisur erhielt. Zudem liefen ihre Augenbrauen spitz nach oben, während Alleys Saavik menschlich runde Augenbrauen hatte. Saavik selbst war diesmal aber auch so blass und unmotiviert geschrieben, dass man sie selbst in einer von Kirstie Alley gespielten Weise kaum wiedererkannt hätte.

Dass die Enterprise in diesem Film zerstört wurde war fast ein schlimmerer Schlag für die Fans als der Tod von Spock.
Dieser Zerstörung ging ein Streit voraus – und eine Fankampagne.
Produzent Harve Bennet wollte die Enterprise in diesem Film zerstören und die Besatzung dann auf die Excelsior versetzen.
Die Excelsior war Bennets Kreation und so würde er den künftigen Filmen seinen Stempel aufdrücken. Diese Rechnung hatte er aber ohne Gene Roddenberry gemacht. Der meinte nämlich, dass man die Enterprise nicht einfach zerstören könne, weil sie von den Fans wie einer der Hauptcharaktere geliebt wurde.
Er schien sich zunächst nicht durchzusetzen und ließ nun in Fankreisen durchsickern, dass im kommenden Film die Enterprise zerstört werden würde. Darauf gab es dann natürlich Proteste über Proteste, wodurch sich Roddenberrys Einschätzung zur Bedeutung des Schiffes als richtig erwies. Zumindest für Star Trek III war eine Versetzung zur Excelsior erst einmal vom Tisch und die Zerstörung der Enterprise wurde wie der Tod einer Hauptdarstellerin zelebriert. Letztlich war die Zerstörung der Enterprise aber ein Befreiungsschlag. Schon im nächsten Film würde es eine neue Enterprise geben, eine Enterprise A. Und ab dem Moment war eine Serie über eine neue Generation überhaupt erst möglich, denn das Alphabet hat viele Buchstaben.

Star Trek 3 Auf der Suche nach Mister Spock

Auf der Suche nach Mr. Spock zeigte, dass Star Trek auch sehr gut ohne Spock funktionieren konnte. Leonard Nimoy schuf mit seinem Regie-Debüt einen guten Star Trek Film, der sich kaum hinter seinem Vorgänger verstecken braucht. Allerdings ist auch dieser Film nicht frei von Ungereimtheiten. Es bleibt offen, wieso Kirk eigentlich nach Genesis zurückkehren will. Er weiß ja noch gar nicht, dass dort ein kleiner vulkanischer Junge gefunden wurde, der rapide altert. Kirk konnte im besten Fall davon ausgehen, die Leiche von Spock zu finden. Mit der Leiche hätte Kirk aber gar nichts anfangen können, denn es hätte ja keinen Sinn gemacht, Spocks Seele aus McCoy in die Leiche zu transferieren. Die Wiedererweckung, die Kirk im Sinn hatte, konnte nur gelingen, wenn man einen lebenden Spock ohne Seele finden würde. Was für ein glücklicher Zufall, dass so ein Spock von David und Saavik auch tatsächlich gefunden wurde.

Dass Star Trek III der mittlere Teil einer Trilogie werden würde, war gar nicht geplant gewesen. Diese Trilogie entwickelte sich einfach daraus, dass man die Geschichte immer weitererzählte.
Nach dem Tod von Spock musste ein Weg gefunden werden, ihn wiederzubeleben, nach der Meuterei der Crew musste ein Weg gefunden werden, sie zu rehabilitieren. Star Trek III ist der schwächste der drei Filme, aber seine Bedeutung für den Star Trek Canon war sehr weitreichend. Die klingonische Sprache und die Raumschiffe der Bird of Prey und der Excelsior Klasse gehen alle auf diesen Film zurück. Dieses Vermächtnis hatten sein Vorgänger und sein Nachfolger nicht. In diesem Sinne hat Harve Bennet der Filmreihe doch noch seinen Stempel aufgedrückt.

Dirk Wilkens-Hagenkötter
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