Und mit einem Schlag verändert sich der gesamte Kosmos der Romanreihe.

Es wird mystisch?
Die Struktur, die das Protomolekül erschaffen hatte, hat die Venus verlassen und stoppt zwei astronomische Einheiten jenseits des Uranus. Zunächst ist unklar, was es damit auf Sicht hat. Bis per Zufall festgestellt wird, dass es sich dabei um ein Wurmloch handelt. Schnell schicken die diversen politischen Mächte des Sonnensystems Einheiten los, um Stärke zu zeigen. Die OPA schickt ein ehemaliges Generationenraumschiff, das jetzt zu einer Militäreinheit umfunktioniert wurde. Derweil die UN zusätzlich eine Gruppe an religiösen Figuren, Künstlern und Poeten entsendet.
Die Mannschaft der Rosinante macht unterdessen wohlverdienten Urlaub. Denn nachdem sie sich von der OPA getrennt haben, hatten sie jede Menge Aufträge und konnten so viel Geld verdienen. Bis UN Public Broadcasting auf James Holden zutrifft, weil sie über ihn eine Dokumentation drehen möchten. Zunächst ist der Kapitän des Schiffes unwillig, bis er von einer Klage der Marsianischen Regierung, der das Raumschiff früher gehörte, erfährt, die die Rosinate wiederhaben wollen. Das und die Tatsache, dass ihm wieder Joe Miller erscheint, bringt ihn dazu, das Angebot anzunehmen. Was sich dann später, als eine perfide Falle ausgelöst ist, als gute Entscheidung erweist.
Mit der Rückkehr von Joe Miller war James S. A. Corey am Ende von Calibans Krieg eine schöne Überraschung gelungen. Denn ursprünglich hatte ja der Detective sein Leben in Leviathan Erwacht geopfert. Wird es also jetzt in The Expanse mystisch?
Mehr Infos über die Schöpfer des Protomoleküls
Zum Glück nicht. Denn die Autoren liefern im Verlauf Abaddons Tor eine glaubwürdige und gute Begründung dafür, dass der frühere Gürtler James Holden als Geist erscheint. Es ist vor allem eine Begründung, die sich wunderbar in die Geschichte um das mysteriöse Wurmloch einfügt, die ja mit Teil der Hauptgeschichte ist.
Wobei diese auch der deutlich interessanteste Part des Romans ist. Alles, was es mit diesem Wurmloch und dem Gebilde, dass das Protomolekül auf der Venus errichtet hat, fesselt das Interesse des Lesers am meisten. Weil es nämlich hier die besten Überraschungen und Weiterentwicklungen gibt.
So erfährt man endlich etwas über die Schöpfer des Protomoleküls. Und was genau hinter dem Wurmloch wartet. Ohne zu viel zu verraten, aber hiermit wird der gesamte Kosmos der Romanreihe auf einen Schlag deutlich erweitert und es bieten sich unzählige neue Handlungsmöglichkeiten.
Nicht überzeugend
Allerdings muss man auch sagen, dass dann im Vergleich die anderen wichtigen Handlungsstränge schwächeln. So lernt man zu Beginn des Romans Clarissa Mao kennen, das neuste Mitglied der Mao-Familie, die schon in den ersten beiden Büchern die Hauptantagonisten stellten. Und leider muss man sagen, dass sie zunächst zu den schwächsten Antagonisten der bisherigen Romanserie zählt.
Das liegt unter anderem daran, dass sie eben eine Mao und damit die Familie als Quelle für Gegenspieler langsam ausgelutscht ist. Zwar bemühen sich die Autoren, sie anders als ihre Vorgänger darzustellen. Aber es braucht lange, sehr lange, bis man mit der Figur halbwegs warm wird. Erst, als sie im letzten Drittel des Romans eine charakterliche Entwicklung durchläuft, wird sie endlich interessant. Weil sie erst dann von ihren Verwandten unterscheidbar wird.
Wobei sie immer noch interessanter ist, als all das, was an Bord der Behemoth geschieht. Hier haben James A. Corey wirklich ins Klo gegriffen. Die Ansammlung an klischeehaften Charakteren, darunter auch einem schleimigen Möchtegernanführer, der immer im Rampenlicht stehen will, geht einem nämlich sehr schnell auf die Nerven.
Leider ist dies im Vergleich zu den beiden Vorgängerromanen ein deutlicher, qualitativer Abstieg.
Info
Autoren: James Corey
Originaltitel: Abaddon’s Gate
Übersetzung: Jürgen Langowski
Verlag: Heyne
Erschienen: 02/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 640
ISBN: 978-3-453-31803-8
Sonstige Informationen: Produktseite
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