[DSN 039] Der Blutschwur

Lesezeit circa: 5 Minuten

In „Der Blutschwur“ muss Jadzia Dax das Gelöbnis eines früheren Wirtes erfüllen.

Die Klingonen sind wieder da

Odo (René Auberjonois) wird auf Deep Space Nine von Quark (Armin Shimerman) gerufen, um einen alten, betrunkenen, randalierenden Klingonen festzunehmen. Dieser nennt sich Kor (John Colicos). Sein Freund Koloth (William Campbell) will ihn später aus der Arrestzelle rausholen, verzichtet allerdings darauf, als klar wird, wie stark betrunken Kor ist.

Jadzia Dax (Terry Farrell) bekommt mit, dass diese Klingonen auf der Station sind. Die Namen sagen ihr etwas. Es stellt sich kurz darauf heraus, dass es sich um alte Weggefährten ihres Vorgängers Curzon handelt. Der wurde der Patenonkel von Kangs Sohn, doch dann wurde das Kind vom sogenannten Albino umgebracht. Daraufhin schworen die drei Klingonen und Dax einen Blutschwur, um den Übeltäter zur Strecke zu bringen.

Jetzt hat Kang (Michael Ansara) eine Spur des Albinos erhalten und will ihn ein für alle Mal jagen und erledigen. Jadzia will mithelfen und den Schwur erfüllen, doch Kang und Koloth wollen sie nicht mitnehmen. Sie sehen sie als Jadzia, nicht als Dax. Mühsam gelingt es ihr dennoch, sie davon zu überzeugen, sie mitzunehmen. Auch wenn sie sich dafür über das Verbot von Commander Benjamin Sisko (Avery Brooks) hinwegsetzen muss.

Deep Space Nine Der Blutschwur

Ein Fest für „Star Trek“-Fans

Beim Versteck des Albinos angekommen, finden sie heraus, dass es schwer bewacht wird. Doch dank einer Idee von Jadzia können sie ins Innere des Anwesens gelangen. Es kommt zu einem Kampf, bei dem zwar der Übeltäter getötet werden kann. Allerdings sterben dafür auch Kang und Koloth.

„Der Blutschwur“ ist ein Fest für Fans von „Star Trek“, besonders für all jene, die die Reihe schon von Beginn an gucken oder auch die Folgen der „The Original Series“ kennen. Denn die drei Klingonen Kor, Koloth und Kang sind keine Nonames, sondern vielmehr Figuren, die bereits zur Zeit von Captain James T. Kirk (William Shatner) auftraten. Gespielt werden die Rollen übrigens auch von den damaligen Originalschauspielern.

Kor kennt man aus Kampf um Organia, Kang trat in „Das Gleichgewicht der Kräfte“ auf und Koloth ist aus „Kennen sie Tribbles?“ bekannt. Wer mehr über die Folgen wissen möchte, dem empfehle ich die Reviews meiner Kollegin Kirsten Pevestorf.

Man, hast du dich verändert

Es ist also ein Vergnügen, diese drei alten Haudegen wiederzusehen. Dabei fällt natürlich eins gleich auf: Alle drei haben dieselbe gefurchte, knochige Stirn, wie sie alle Klingonen seit den Kinofilmen tragen. Nur, dass sie in ihrem ersten Auftreten noch vollkommen menschlich aussahen. Es wird selbstverständlich nicht geklärt, wie es zu diesem Aussehensunterschied kommt. Als Zuschauer muss man es einfach akzeptieren. Erst die „Enterprise“-Folge „Die Abweichung“ gab eine halbwegs zufriedenstellende Erklärung dafür ab. Doch zum Zeitpunkt der ersten Ausstrahlung von „Der Blutschwur“ lag diese Episode noch in ferner Zukunft.

Dabei ist die Folge nicht nur ein Wiedersehen mit den drei Haudegen, sondern ebenso eine erneute Möglichkeit für Terry Farrell, ihrem Charakter Jadzia Dax eine neue Facette zu geben. Das geschah bereits in „Der Trill-Kandidat“. Doch ist „Der Blutschwur“ eine andere Option und bietet der Schauspielerin, sich ebenfalls physisch zu beweisen. Gleichzeitig kann sie auch ihre Intelligenz bewundern, wenn man beobachtet, wie sie den Schlachtplan, das Anwesen des Albinos zu erobern, modifiziert. Womit einmal mehr gezeigt wird, dass die Trill mehr ist als nur hübsch anzusehen.

Es ist interessant, wie hier Querverbindungen zwischen dem DS9-Charakter Dax und den drei Klingonen aus der ersten „Star Trek“-Serie erschaffen werden. Dabei wirkt es durchaus glaubwürdig, wie immer wieder betont wird, wie es Curzon schaffte, Freundschaft mit den Klingonen zu schließen und am Ende sogar Teil des Blutschwurs zu werden. Dabei ist es witzig, wie die drei alten Haudegen sich darüber beschweren, wie sehr der Friedensschluss zwischen Klingonen und Föderation die Zeiten geändert hat.

Mit Spaß dabei

Man merkt allen drei Schauspielern an, dass sie ihren Spaß dabei hatten, wieder in die alten Rollen zu schlüpfen. Besonders Kor gefällt, sodass es am Ende wenig verwundert, dass er der Einzige von den dreien ist, der überlebt. Wobei man es Kang und Koloth ebenfalls gewünscht hätte, weiterzuleben und gegebenenfalls in kommenden Episoden noch einmal aufzutreten. Denn ihr Tod wirkt ein wenig wie verschwendetes Potenzial.

Gleichzeitig hätte man sich gewünscht, dass „Der Blutschwur“ mindestens eine weitere Episode erhalten hätte. Es macht zwar Spaß, die Folge zu sehen. Aber am Ende geht alles viel zu schnell und wirkt übers Knie gebrochen.

Das merkt man vor allem daran, dass der Albino als Gegenspieler kaum aufgebaut wird. Man hört zwar viel über seine Taten, doch sieht man ihn real erst gegen Ende der Folge, wo er nicht sonderlich überzeugend wird. Seine Darstellung wirkt eher 08/15 und man kann es nicht verstehen, wieso er so gefährlich gewesen sein soll. Es herrscht hier eine Diskrepanz zwischen Narration und Auftreten.

War es das wert?

Am Ende stellt sich natürlich die Frage, ob für Jadzia und die drei Klingonen „Der Blutschwur“ es wert war. Die Antworten lauten für jeden Charakter unterschiedlich. Für Kang und Koloth war es eine Chance, wie typische Klingonen im Kampf zu sterben, für sie hat es sich also gelohnt. Doch wenn man am Ende der Folge sieht, wie Jadzia an den Ereignissen zu knabbern hat, hat sie nicht so sehr von den Geschehnissen profitiert, außer der Tatsache, dass sie zum ersten Mal als Jadzia selber Wesen umgebracht hat. Hoffentlich wird dies in einer der nächsten Folgen wieder aufgegriffen.

Englischer und deutscher Titel sind gleich. „Der Blutschwur“ hat dieselbe Bedeutung wie „Blood Oath“.

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Götz Piesbergen
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Götz Piesbergen

Götz ist Jahrgang 78 und unser Mann fürs literarische Star-Trek-Universum.

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