Review: DSN 092 – Der zerbrochene Spiegel

Lesezeit circa: 6 Minuten

In Der zerbrochene Spiegel wird Benjamin Sisko dazu gewzungen, im Spiegeluniversum ein wichtiges Unterfangen zum erfolgreichen Abschluss zu bringen.

Erneuter Besuch aus dem Spiegeluniversum

Seitdem Nog (Aron Eisenberg) an der Sternenflottenakademie ist, ist Jake Sisko (Cirroc Lofton) alleine. Doch dann sieht er seine Mutter wieder, die ihn entführt. Wie sich herausstellt, ist sie die Jennifer Sisko (Felecia M. Bell) aus dem Spiegeluniversum, die Benjamin Sisko (Avery Brooks) ein Gerät hinterlässt, mit dem er sich in dieses andere Universum hinüberbeamen kann.

Dort angekommen, wird dem Captain mitgeteilt, dass er helfen soll, die Spiegeldefiant fertigzustellen. Und die Zeit läuft, denn der Klingonenregent Worf (Michael Dorn) ist auf dem Weg nach Terek Nor, um die von den Rebellen eroberte Raumstation zurückzuerobern. Benjamin Sisko verhindert bei den Vorbereitungen übrigens, dass die Aufständischen die Intendantin Kira (Nana Visitor) foltern und erfährt von dieser, wo die Schwachstellen der Raumschiffe des Klingonen sind.

Es kommt schließlich zur Schlacht, die Benjamin Sisko und die Rebellen mit List und Tücke gewinnen können. Worf und seine Schiffe müssen sich zurückziehen. Doch der Sieg hat einen bitteren Beigeschmack. Denn der Spiegel-Nog hat unterdessen die Intendantin Kira befreit, die bei ihrer Flucht sowohl Nog erschießt, als ebenso Jennifer tödlich verletzt. Im Beisein von Benjamin und Jake stirbt diese dann auch kurze Zeit später.

Es wird von Mal zu Mal einfacher

Es kommt einem erst wie gestern vor, dass man in Deep Space Nine in Durch den Spiegel wieder dem Spiegeluniversum begegnete. Dabei sind seitdem mehrere Wochen vergangen. Und jetzt in Der zerbrochene Spiegel reisen erneut Personen in jenes andere Universum.

Dabei hat man das Gefühl, dass die Reisen von mal zu mal leichter werden. Benötigte es damals zur Zeit von TOS besondere kosmische Umstände, langt dieses Mal ein einfaches Gerät, mit dem sich eine Person von anscheinend jeder x-beliebigen Transporterplattform ins andere Universum beamen kann. Das ist ganz schön praktisch und spart natürlich viel Zeit, da so erst nicht umständlich erklärt werden muss, wie die eine Person vom einem ins andere Universum kommt.

Aber das ist nur eine Beobachtung und keine Kritik. Für die Serie ist dies sogar die beste Entscheidung, da so mehr Platz für die eigentliche Handlung vorhanden ist. Die im Falle von Der zerbrochene Spiegel sehr flott erzählt wird und auch diverse humoristische Momente bietet, ohne jedoch irgendwie klamaukig daherzukommen.

Dinge haben sich geändert

Es ist die erste Folge, in der Jake Sisko ins Spiegeluniversum kommt. Und es ist schön, dass die Macher sich endlich daran erinnert haben, dass er durch den Weggang von Nog einen guten Kameraden verloren hat. Das ist der Aufhänger für den Anfang der Folge. Dies in Kombination mit der Überraschung über das Wiedersehen mit seiner Mutter erklärt auch, wieso er so einfach mit ins Spiegeluniversum überwechselte.

Wo man erneut feststellen darf, wie sehr die Dinge sich im Vergleich zum letzten Auftritt des Spiegeluniversums geändert haben. Die Rebellen treten jetzt viel selbstbewusster auf und ziehen auch mehr an einem Strang. Sie wollen ihre gewonnene Freiheit verteidigen, weshalb es eben darauf ankommt, dass Benjamin Sisko mithilft, die Defiant fertigzustellen.

Sehr schön ist auch, dass man in Der zerbrochene Spiegel jede Menge bekannte Gesichter wiedersieht, die sich in ungewohnten Positionen befinden. Das merkt man vor allem an der Intendantin Kira, die den meisten Teil der Folge nicht in Kontrolle ihres eigenen Schicksals ist, sondern von Wohl und Wehe derjenigen abhängig ist, die sie lange Zeit unterdrückt hat. Dass sie trotz allem immer noch die alte Egozentrikerin ist, merkt man dann bei ihrer Flucht, wo sie Nog tötet und Jennifer Sisko tödlich verletzt. Sie hätte dies nicht tun müssen, doch ihr Ego verpflichtet sie quasi dazu.

Ein optisches Highlight

Auch die Szenen mit Worf und Garak sind ein einziges Highlight. Man merkt hier Michael Dorn an, welches Vergnügen er hat, einen komplett anderen Worf darzustellen, als den, den wir aus dem Standarduniversum kennen. Er ist machtbesessen und zu allem entschlossen. Weshalb sein Gefangener Garak (Andrew Robinson) ihn nur dann bremsen kann, als es beinahe schon zu spät ist.

Übrigens ist die Schlacht der Defiant gegen die klingonischen Schiffe ein absolutes optisches Highlight. Daran sieht man, was dieses kleine Schiff alles auf dem Kasten hat. Es ist ein purer Genuss, wenn es wirklich komplett von der Leine gelassen wird und quasi im Alleingang mehrere große Raumschiffe zerstört oder in die Flucht schlägt.

Das Ende von Der zerbrochene Spiegel erinnert an viele Folgen aus der zweiten Staffel. Es ist kein Happy End, sondern ein Melancholisches, Düsteres. Benjamin und Jake Sisko haben erneut Ehefrau und Mutter verloren. Was dann natürlich die Euphorie über den Sieg deutlich trübt.

Der zerbrochene Spiegel heißt im Englischen Shattered Mirror. Es wurde sich also bei dem deutschen Episodenname am Originaltitel orientiert.


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Götz Piesbergen
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