Review: Star Trek DSN 108 – Heilige Visionen

Lesezeit circa: 5 Minuten

Heilige Visionen beschäftigen Benjamin Sisko.

Ratlosigkeit

Benjamin Sisko (Avery Brooks) zeigt sich fasziniert von einem uralten Bild der verschollenen bajoranischen Stadt B’hala, insbesondere von einem Obelisken, der darauf zu sehen ist. Das Abbild lässt ihn nicht los, sodass er es sogar als Hologramm nachbildet, um herauszufinden, ob er weitere Hinweise herausfinden kann. Doch dann erleidet er einen Unfall, der ihn verändert.

Er zeigt sich auf ein Mal wie besessen von der Suche und lässt davon selbst dann nicht ab, als er erfährt, dass Bajor in die Föderation aufgenommen wird. Etwas, worauf er von Anfang an hingearbeitet hat und was daher die Erfüllung eines Herzenswunsches von ihm ist. Doch schon bald drohen die Visionen zu viel zu werden, weshalb er eine folgenreiche Entscheidung trifft.

Heilige Visionen ist eine Episode, die einen beim Zugucken etwas ratlos zurücklässt. Die viele positive Aspekte hat, aber auch einige negative. Wo man am Ende dann nicht weiß, was man davon halten soll.

Ein freudiges Ereignis?

Dabei ist dies für die Zukunft der Serie eine wichtige Folge. Der Betrittsversuch von Bajor, der dann auf Betreiben von Benjamin Sisko abgebrochen wird, wird sicher nicht ohne Konsequenzen bleiben. Das merkt man schon an dem Verhalten der Admiräle und anderen Vertretern der Föderation, die sich davon befremdet zeigen, dass dies aus religiösen Gründen geschieht. Dabei spielt ja der Glauben an die Propheten eine enorme Rolle in der bajoranischen Bevölkerung, sodass diese Entscheidung aus ihrer Perspektive durchaus Sinn ergibt.

Interessant sind dabei einzelne Momente, in denen man sieht, wie verschiedene Personen auf den Beitritt reagieren. Quark (Armin Shimerman) will dies groß feiern und sieht darin eine weitere Chance, Platinum zu verdienen. Wobei Worf (Michael Dorn) ihm hierbei die Freude verdirbt. Kai Winn (Louise Fletcher) hingegen ist wegen dem Geschehen eher skeptisch und scheint über den bevorstehenden Beitritt nicht besonders glücklich zu sein.

Übrigens ist der Auftritt von der Kai für ihre Verhältnisse ungewöhnlich. Hier zeigt sie sich nicht so sehr intrigant, als vielmehr zurückhaltend und besorgt darüber, was der Eintritt Bajors in die Föderation für den Glauben bedeutet, dem sie ja vorsteht. Ihre eigennützige und egozentrische Seite zeigt sich dann allerdings am Ende von Heilige Visionen wieder, als sie es lieber hätte, wenn Benjamin Sisko weiterhin Visionen hätte, auch wenn ihn dies langsam umbrachte.

Keine Erklärungen

Loben muss man vor allem das intensive Spiel von Avery Brooks. Er muss ja quasi die ganze Folge alleine tragen, da er die einzige Hauptfigur ist. Die anderen Charaktere, darunter auch Jake Sisko (Cirroc Lofton) und Kasidy Yates (Penny Johnson Jerald), sind zwar ebenfalls da. Doch sind sie eben Nebenfiguren, die die Handlung eher unterstützen, anstatt sie zu leiten. Die entsprechenden Schauspieler verstärken dabei das Spiel von Avery Brooks, wodurch es noch besser wirkt.

Schade ist, dass nicht darauf eingegangen wird, dass die Deep-Space-Nine-Besatzung neue Uniformen trägt. Es ist verwirrend und irritierend, dass die Crew, bis auf die Bajoraner, jetzt schwarz-graue Monturen tragen, mit einem, je nach Abteilung, unterschiedlich farbigen Pullover. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sie in der vorherigen Folge noch die alte Uniformskombi trugen, die die Admiräle übrigens in dieser Episode noch tragen. Es wird aber auch kein Grund gegeben, wieso dieser Wechsel stattfindet. Er ist einfach geschehen und gut ist.

Auch Benjamin Siskos Verhalten verwundert. Es wird nicht wirklich erklärt, wieso der Stationskommandant sich auf ein Mal so merkwürdig verhält. Ursache scheint dieser Plasmastoß zu sein, doch dahinter muss mehr stecken. Dieser Mangel an Erklärung stört.

Keine Visionen

Wobei das Frustrierendste an der Folge ist, dass Benjamin Sisko eine Vision hat und man die als Zuschauer nicht zu sehen bekommt. Eigentlich hätte man erwartet, dass so etwas Wichtiges, so etwas Einschneidendes auch dem Zuschauer präsentiert wird. Doch stattdessen sieht man nur, wie der Captain in einen Orb der Propheten guckt und anschließend beim nächsten Mal durch die Gänge der Station taumelt und die Bajoraner warnt, der Föderation nicht beizutreten, eben wegen seiner Vision. Hätte man diese gesehen, hätte diese Warnung glaubwürdiger gewirkt.

Heilige Visionen, die auf Englisch Rapture heißt, ist frustrierend. Es ist hier einiges an Potential vorhanden, doch das wird nicht genutzt.

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Götz Piesbergen
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