Zum Abschluss der vierten Season beschäftigt sich Beckett Mariner mit Alte Freunde, Neue Planeten.

Überraschungen!

Beckett Mariner (Tawny Newsome) wurde von Nick Locarno (Robert Duncan McNeill) entführt, der seit seiner unehrenhaften Entlassung aus der Sternenflotte nicht untätig war. Er hat vor allem in der letzten Zeit Unterdeckler von Spezies aus der gesamten Galaxie rekrutiert und sie dazu gebracht, die Kontrolle über ihre jeweiligen Schiffe an sich zu reißen. Und mit Hilfe eines Genesisprojektils will er ein Sternenreich errichten, wo diese leben können. Natürlich mit ihm als oberstem Regierendem. Beckett Mariner ist für ihn das Kronstück. Nur dass diese vollkommen andere Pläne hat und schon bald mit dem Projektil fliehen kann, auch wenn sie nicht aus dem Sonnensystem, in dem sie sich befindet, entkommen kann.

Ihre Freunde und Kollegen bleiben derweil nicht untätig. Sie ignorieren die Order der Admiralität, sich nicht einzumischen, und beginnen mit den Vorbereitungen für eine waghalsige Befreiungsaktion. Was allerdings nicht so einfach ist wie gedacht, da sie dazu unter anderem auch die Orioner, genauer gesagt D’Vana Tendis (Noël Wells) Schwester um Hilfe bitten müssen. Und diese hat konkrete Vorstellungen, was sie möchte.

Alte Freunde, Neue Planeten ist wieder ein Mal Star Trek – Lower Decks at its best. Jede Menge Anspielungen auf die Vergangenheit, überraschende Gaststars – wer hätte mit einem Kurzauftritt von Wil Wheaton und Shannon Fill gerechnet? – sowie der konsequenten Weiterentwicklung ihrer Figuren in den letzten vier Staffeln. Es ist einfach nur grandios, eine weitere meisterhafte Episode in dieser ohnehin schon erstklassigen Serie.

Die richtige Entscheidung

Dabei ist es vor allem Beckett Mariner, die von dieser Folge profitiert. Hier sieht man das Ergebnis ihrer Fortentwicklung der letzten Episoden, unter anderem von Parth Ferengis Lieblingsort und Der innere Kampf. Man merkt, dass sie, vor allem angesichts Nick Locarnos, eine Entscheidung trifft, die ihr Leben endgültig verändern wird. Denn sie entscheidet sich für die Sternenflotte und damit auch für die Tatsache, dass sie ihre rebellische Phase höchstwahrscheinlich nach diesen Ereignissen hinter sich gelassen hat.

Dabei ist Nick Locarno in Alte Freunde, Neue Planeten so etwas wie ein schlechtes Vorbild. Er zeigt, was geschieht, wenn eine Person nicht die richtigen Konsequenzen aus früheren Erfahrungen zieht. Bei ihm ist es die Tatsache, dass er die Schuld an seinem Rauswurf nicht bei sich selbst, sondern bei der Sternenflotte sucht, weshalb er ja auch gegen sie rebelliert. Und er sieht sich allen überlegen. Schließlich hat er den Plan geschmiedet und umgesetzt. Die anderen sind für ihn nur bessere Handlanger.

Es ist dieser Kontrast zwischen ihm und ihr, die diese Folge prägt. Weil man sieht, wie sehr die beiden durch ihre Umgebung geprägt wurden. Denn was am Ende den Ausschlag gibt, ist die Fähigkeit, als Team zu arbeiten, egal wie spinnefeind man sich im privaten Leben ist, oder egal, was früher vorgefallen ist.

Die Figuren sind gewachsen

Denn während Beckett Mariner in Alte Freunde, Neue Planeten Nick Locarno und seinen Leuten davonläuft und sich als intelligent und geschickt erweist, unternehmen ihre Freunde alles, um sie zu retten. Dabei gibt es natürlich den einen oder anderen Tropus, der vorkommt. Doch wie es bei Lower Decks üblich ist, geschieht dies mit einem Augenzwinkern. Etwa wenn Captain Freeman den obligatorischen Befehl der Admiräle, nichts zu machen, ignoriert und die gesamte Crew der Cerritos sich auf ihre Seite stellt.

Was allerdings nicht von ungefähr kommt. Denn in dieser Staffel hat sich der Captain fast durchgehend als äußerst kompetent und intelligent erwiesen. Keine Spur mehr von der Mutter aus der ersten Season, die alles daran setzt, ihre Tochter vom Schiff zu ekeln. Man merkt, wie sehr diese Figur gewachsen ist, wie großartig sie geworden ist.

Und damit ist sie ja nicht die Einzige. Auch die eigentlichen Hauptcharaktere der Serie, Brad Boimler, Sam Rutherford und D’Vana Tendi, erhalten in Alte Freunde, Neue Planeten Momente, wo sie beweisen können, dass sie Erfahrungen gesammelt haben. Weshalb sie auch nicht mehr die Personen sind, die man im Auftakt der Serie in Der Zweite Kontakt kennenlernte.

Boimler zum Beispiel beweist auf einmal Rückgrat, als er als temporärer Captain einfach so einem Admiral das Wort abschneidet. Bei Tendi ist es hingegen so, dass sie ihre Vergangenheit ausnutzt, um in der Gegenwart vorwärtszukommen. Und Sam Rutherford nutzt das Mark-Twain-Hologramm, um mit einem Kollegen, den er eigentlich nicht mag, eine Basis für eine Zusammenarbeit zu nutzen.

Vorfreude auf die Zukunft

Alte Freunde, Neue Planeten beweist, dass die Figuren sich gewandelt haben. Es wirkt so wie Höhepunkt und Abschluss von vier Jahren Lower Decks. Doch zum Glück gibt es noch das Ende, dass einen auf das fünfte Jahr gespannt macht. Außerdem ist da noch den Boimler Transporterklon, der ja anscheinend von Sektion 31 rekrutiert worden ist. Es ist also noch ausreichend Material für die kommende Season präsent.

Und man freut sich jetzt schon darauf. Vor allem auch deshalb, weil T’Lynn sich diese Staffel so perfekt in die Gruppe integriert hat und sich am Ende der Folge bewusst für die Cerritos entscheidet. Was noch mehr interessante Abenteuer mit der Figur verspricht.

Alte Freunde, Neue Planeten ist ein exzellentes Staffelfinale.

 

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Götz Piesbergen

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