Der Pfeil des Schicksals
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Review: Star Trek – The Next Generation: Der Pfeil des Schicksals

Lesezeit circa: 5 Minuten

Der Pfeil des Schicksals bedroht gleich zwei Spezies auf ein Mal.

Besserung nicht in Sicht?

Nach vielen Rückschlägen kann die Enterprise sich endlich dem widmen, was das Schiff schon seit Langem vorhatte: das Unbekannte erforschen und Kontakt zu neuen Lebensformen aufnehmen. Doch dabei stoßen sie auf ein unbekanntes Raumschiff, dessen Herkunft für jede Menge Ärger sorgt.

Denn das Schiff stammt aus einer Zukunft, in der es von einer in einem Konflikt unterlegenen Spezies gebaut wurde, um in die Vergangenheit zu reisen. Dort soll es den Gegner auslöschen und so den Krieg verhindern, ehe dieser überhaupt ausbricht. Allerdings sind sie zur falschen Zeit angekommen, da die Auseinandersetzung hier bereits schon seit Generationen läuft. Und eine weitere Reise ist unmöglich.

Seit dem Ende der Destiny-Trilogie lautete das große Versprechen, dass die Schiffe der Sternenflotte sich wieder auf das eigentliche Ziel der Föderation konzentrieren würden: ins Unbekannte aufbrechen und fremde, neue Welten erforschen und Kontakt zu neuen Zivilisationen aufnehmen. Doch die Umsetzung des hehren Vorhabens ließ auf sich warten, da sämtliche Star Trek-Romane ständig in diverse Events verwickelt wurden. Zuletzt durchlief die Föderation mit der The Fall-Reihe einen düsteren Moment. Hinzu kam dann auch noch, dass zuletzt mit Jagd einer der so ziemlich schlechtesten Litverse-Geschichten überhaupt herauskam, bei der die neuen Charaktere zu Randfiguren verkamen. Was einen nicht gerade dazu animierte, auf Besserung zu hoffen.

Fehler gutmachen

Der Pfeil des Schicksals ist jetzt ein weiterer Versuch. Geschrieben von dem Litverse-Veteranen Dayton Ward, der zuvor unter anderem zur Vanguard-Reihe beitrug, liest sich der Klappentext schon sehr interessant und vielversprechend.

Und in der Tat merkt man dem Roman an, dass der Autor hier versucht, all die Fehler der letzten Zeit wiedergutzumachen, die die letzten Bücher bewusst oder unbewusst machten. Er fokussiert sich nicht nur auf die etablierten Figuren, sondern auch auf die Charaktere, die bereits in früheren Bänden eingeführt und seitdem nur noch sporadisch verwendet wurden. Ebenso steht hier endlich wieder eine fremde Zivilisation im Mittelpunkt des Geschehens und nicht erneut eine schon bekannte. Es ist also schon mal weniger Nabelschau als früher.

Und in der Tat präsentiert sich Der Pfeil des Schicksals als eine wohltuende Abwechslung nach den ganzen letzten TNG-Romanen. Vor allem die Tatsache, dass er vor allem Taurik und T’Ryssa Chen mit wichtigen handlungstragenden Rollen bedenkt, sorgt mit dafür, dass dieses Buch so gelungen ist.

Ein Charakter wird erwachsen

So merkt man bei T’Ryssa Chen, wie sehr sie seit ihrem Erstauftritt erwachsener geworden ist. Sie ist immer noch eine Frau, die mit allem und jedem flirtet. Aber sie übernimmt jetzt Verantwortung und interagiert mehr mit ihren Teammitgliedern. Hinzu kommt auch noch, dass sie zu Beginn des Buches die verschiedenen Abteilungen des Schiffs durchläuft und so immer mehr und mehr zu einer Führungspersönlichkeit heranreift. Etwas, was man bei ihrem Erstauftritt nicht von ihr erwartet hätte.

Bei Taurik ist es so, dass er ihr Gegenpart ist. Wo sie ihren Emotionen freien Lauf lässt, ist er typisch Vulkanier, weshalb sie sich beide so perfekt ergänzen. Man merkt, dass sie beste Freunde sind, die sich gegenseitig auf ihre eigene Art und Weise aufziehen und zu triezen. Aber nie bösartig oder verletzend.

Dabei gerät Taurik im Laufe von Der Pfeil des Schicksals in einen Gewissenskonflikt, als er auf ein Geheimnis aus der Zukunft stößt. Eins, das er niemanden verraten kann, noch nicht mal seinem Captain. Im Gegenteil: Er ist dazu verpflichtet, das Entdeckte zu verschlüsseln, damit das Department of Temporal Investigations sich der Sache annehmen kann. Dieser interne Konflikt, den er deswegen durchlebt, wird von Dayton Ward glaubwürdig geschildert.

Gelungene Darstellungen

Was auch auf das Raumschiff aus der Zukunft zutrifft. Hier beschreibt der Autor eine zusammengeschweißte Crew, die nur ein Ziel hat: einen Krieg zu verhindern, ehe er überhaupt entsteht, und die dann schockiert ist, als sie erfährt, dass sie in der falschen Zeit gestrandet ist und nicht mehr weiterkann.

Dayton Ward verzichtet bei der Beschreibung dieser Zeitreisenden auf eine allzu platte Darstellung. Im Gegenteil: Sie werden in Der Pfeil des Schicksals erfrischend glaubwürdig charakterisiert. Ihre Motive und was sie antreibt werden in den Mittelpunkt gestellt, wobei klar gemacht wird, dass sie der Föderation nicht so ganz trauen.

Die Geschichte entwickelt sich dabei komplett unvorhersehbar. Stets lässt sich der Autor einen neuen Plottwist einfallen, der dafür sorgt, dass die Erzählung frisch und spannend bleibt. Und so enthüllt er unter anderem, dass einer der beiden Spezies in den Besitz einer Waffe gekommen ist, die TOS-Fans nur allzu gut kennen.

Am Ende ist dieses Buch das, was man als TNG-Fan sich seit Langem erhofft hat: ein Schritt in die richtige Richtung und hoffentlich der Auftakt zu mehr von dieser Sorte Geschichten.

Star Trek The Next Generation Der Pfeil des Schicksals
Cover © Cross Cult

Autor: Dayton Ward
Titel: Star Trek – The Next Generation: Der Pfeil des Schicksals
Originaltitel: Star Trek –The Next Generation: Armageddon’s Arrow
Übersetzer: Bernd Perplies
Verlag: Cross Cult
Erschienen: 06/2017
Einband: Taschenbuch
Seiten: 428
ISBN: 978-3-95981-184-2
Sonstige Informationen:
Produktseite

 

 

 

 

Wertung

Wertung
10 10 0 1
10/10
Total Score

Positiv

  • Fokussierung auf die neuen Figuren
  • Endlich wieder eine Geschichte, in der es um die eigentliche Mission der Sternenflotte geht
  • Darstellung der Zeitreisenden
Götz Piesbergen
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