Bryan Fuller

Spotlight: Bryan Fuller

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Bryan Fuller hat Star Trek wiederbelebt.

Eine gute Grundlage

Auch wenn Alex Kurtzman heutzutage derjenige ist, der in Sachen Star Trek das Sagen hat, so basiert seine Arbeit und sein Erfolg vor allem auf der Vorarbeit einer Person. Es war Bryan Fuller, der die Grundlagen für den erneuten Erfolg legte. Doch es war diesem Produzenten nicht vergönnt, direkt mitzubekommen, wie das Franchise, das er so liebte, wiederbelebt wurde.

Geboren wurde der spätere Drehbuchautor und Produzent am 27. Juli 1969 in Lewiston, Idaho. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er allerdings in Clarkson, Washington, wo er römisch-katholisch erzogen wurde. Nach seinem Schulabschluss an der Clarkston High School studierte er zunächst am Lewis-Clarke State College in Lewiston, ehe er später auf die USC School of Cinematic Arts überwechselte. Allerdings machte er keinen Abschluss, sondern verließ diese Bildungsstätte nach einiger Zeit und begann, als Büropraktikant zu arbeiten.

Bryan Fuller war seit jeher ein großer Star-Trek-Fan, vor allem von der originalen Serie. Und da Deep Space Nine 1997 eine Politik vertrat, nach der jeder Skripte einsenden konnte, tat er genau das. Mit Erfolg, da er so einige seiner Drehbücher verkaufen konnte, von denen sogar zwei am Ende verfilmt wurden. Dies waren die Folgen Empok Nor und Die Dunkelheit und das Licht, also zwei hervorragende Episoden der fünften Season. Dies bildete die Basis für seine künftige Karriere.

Der Garant für kurzlebige Kulthits

Denn zur damaligen Zeit lief parallel zu Deep Space Nine auch Star Trek – Voyager, und ab deren vierter Staffel, die ebenfalls 1997 lief, wurde er als ein Mitglied des festen Stamms an Drehbuchautoren der Reihe engagiert. Sein erstes Skript für diese SciFi-Serie war die Folge Der schwarze Vogel. Im Laufe der Zeit gelang es ihm, sich auf der Karriereleiter weiter hochzuarbeiten: Ein Jahr nach seinem Einstieg wurde er zum Story Editor und von 2000 bis 2001 war er sogar der Co-Produzent der Reihe! Deswegen konnte er in dieser Zeit nur wenige Drehbücher schreiben, doch wenn er in die Tasten griff, dann wurden seine Skripte verfilmt, wie beispielsweise bei der Episode Friendship One.

Nach dem Ende von Voyager arbeitete Bryan Fuller 2002 an der Fernsehfilmadaption von Stephen Kings berühmtem Roman Carrie. Sein darauffolgendes Projekt war die Comedyreihe Dead Like Me – So gut wie tot aus dem Jahr 2003. Allerdings verließ er diese Serie schon während der ersten Staffel und produzierte stattdessen die Comedy-Drama-Reihe Wonderfalls. Der war jedoch kein langes Leben vergönnt, da sie nach nur vier Folgen wieder abgesetzt wurde und es die restlichen Episoden, die bereits gedreht waren, nur auf DVD gab. 2006 wurde er Teil des Stabs der Serie Heroes und schrieb einige der Episoden.

Der Produzent und Drehbuchautor sollte auch danach nicht lange arbeitslos bleiben. Er erschuf 2007 die Kult-Comedy-Serie Pushing Daisies, die sogar 2008 zwei Emmy-Awards – den wohl renommiertesten Fernsehpreis der USA – gewann. Und als sie im selben Jahr nach nur zwei Staffeln eingestellt wurde, unterschrieb er einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Universal Media Studio. Eine seiner ersten Aufgaben? Zu der Serie Heroes, die damals schwächelte, in der dritten Season 2009 als Co-Produzent zurückzukehren und eine wichtige Rolle im Stab der Drehbuchautoren der Reihe zu spielen. Er entwickelte anschließend einige Konzepte für die vierte Staffel, eher er verkündete, sich neuen Ideen zuzuwenden.

Der Begründer der Wiederbelebung von Star Trek

Bryan Fuller hatte in der Tat viele Ideen, doch nur wenige schafften es zur vollen Reife. So arbeitete er 2012 an Mockingbird Lane, einer dunklen Neuinterpretation der Kult-Comedy-Reihe The Munsters. Von der wurde zwar ein Pilot gedreht, eine Serie wurde am Ende daraus allerdings nicht. Nach diesem Misserfolg landete er mit der Fernsehserie Hannibal, die auf denselben Romanen basierte, auf denen auch der Kinofilm Das Schweigen der Lämmer gründete, einen Hit. Die Reihe startete 2013 und lief bis 2015, und er war von Anfang an mit involviert.

2016 kehrte er zu seinem geliebten Star Trek zurück. Es wurde bekannt, dass er für den Fernsehsender CBS eine neue Serie des berühmten Franchise entwickeln sollte. Daraus wurde am Ende Star Trek – Discovery, die dieses Universum erfolgreich wiederbeleben sollte. Dennoch hatte Fuller nicht viel von dem Erfolg, da er noch im selben Jahr seinen Rückzug aus dem Projekt bekannt gab. Es gibt diverse Gerüchte, woran das lag, aber vermutlich war der Grund, dass die Vorproduktionsphase sich in die Länge zog, und es deshalb Probleme mit dem Budget gab. Trotzdem wird er auch heute noch in den Credits der Reihe als Creator geführt, und er war in den ersten 15 Folgen außerdem als Executive Producer genannt. Wobei diese Rolle alles und nichts besagt.

Auch bei seinem nächsten Projekt gab es Probleme. Er adaptierte Neil Gaimans Roman American Gods für das Fernsehen und erhielt für die erste Season, die 2017 lief, viel Lob. Doch dann verließ er nach dieser Staffel die Serie, weil es Streit über das Budget und Verzögerungen in der Produktion gab. Glaubt man den Kritiken im Web, baute die Fernsehserie danach rapide ab und erlangte nicht mehr das exzellente Niveau jener ersten Season.

Die letzten Projekte

Seitdem gab es nicht mehr viele Projekte, an denen Bryan Fuller gearbeitet hat. Er arbeitete 2018 an einer Fernsehadaption von Anne Rices The Vampire Chronicles, verließ die Produktion allerdings bereits nach wenigen Monaten. Momentan soll er an seinem Debüt als Kinofilm-Regisseur arbeiten. Das Projekt ist vermutlich eine Neuverfilmung von Stephen Kings Roman Christine.

Bryan Fuller ist offen homosexuell. Er lebt seit 2008 mit Innenarchitekt Scott Roberts zusammen. Einer seiner Lieblingsfilme ist der französische Film Die fabelhafte Welt der Amélie.

Bryan Fuller im Web

Götz Piesbergen
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