Sein Glauben hat Neal McDonough schon mal eine Rolle gekostet.

Faszination Augenfarbe

Wann immer man Neal McDonough auf dem Bildschirm sieht, ist man von seinen hellblauen Augen fasziniert. Diese sorgen auch dafür, dass man den Darsteller so schnell nicht wieder vergisst. Diese, und dass er in vielen Comicadaptionen aufgetreten ist.

Geboren wurde der Schauspieler am 13. Februar 1966 in Dorchester, Massachusetts. Seine Eltern waren irischstämmige Hoteliers, die in die USA gezogen sind. Deshalb hat er nicht nur den amerikanischen, sondern auch einen irischen Pass. Er machte seinen Schulabschluss an der Barnstable High School und hätte dann die freie Wahl gehabt, wo er studieren konnte. Denn da er ein guter Baseball-Spieler war, erhielt er diverse Stipendien. Doch am Ende entschied er sich für die Syracuse University, wo er 1988 seinen Abschluss mit einem Bachelor of Fine Arts machte.

Sein Film- und Fernsehdebüt gab Neal McDonough 1990, als er in dem Sam Raimi-Film Darkman einen Dockarbeiter darstellte. Ein Jahr darauf hatte er eine Rolle in einer Episode der SciFi-Kultserie Zurück in die Vergangenheit, in der Scott Bakula die Hauptrolle innehatte. 1993 war er das erste Mal als Sprecher engagiert, als er in der Zeichentrickserienadaption von Hal Fosters Prinz Eisenherz in zwei Folgen König Aramis und einen Spion sprach.

Vaporisiert dies!

1995 kam es zur ersten Begegnung mit einer Superheldencomicadaption. Denn in einer Episode von der Trickserie Der unbesiegbare Iron Man konnte man ihn als den Schurken Firebrand hören. Bekannt wurde er auch durch seine Rolle als Lieutenant Hawk in Star Trek: Der erste Kontakt (1996). Er hatte durchaus viele gute Szenen, ehe er jedoch von den Borg assimiliert und von Worf vaporisiert wurde. Allerdings sollte diese Figur einen gewissen Beigeschmack haben, weil sich nämlich später herausstellte, dass der Charakter homosexuell war und alle Bezüge darauf der Schere zum Opfer fielen. Erst in der Romanadaption des Films, aus der Feder von Michael A. Martin und Andy Mangels, wurde dessen sexuelle Neigung offiziell bekannt.

Parallel dazu konnte man Neal McDonough in einer weiteren Zeichentrickserie hören, die auf den Marvel Comics basierte. Dieses Mal war es die Serie Hulk, wo er von 1996 bis 1997 in allen 21 Episoden das menschliche Alter Ego des Titelcharakters sprach, Bruce Banner. Es sollte übrigens nicht das letzte Mal sein, dass er mit dem grünen Giganten in Verbindung gebracht wurde. 1999 hatte er eine Rolle in dem Horror-Western Ravenous – Friß oder Stirb.

Anfang des neuen Jahrtausends überlegte er, die Karriere als Schauspieler zu beenden. Denn irgendwie kam sein beruflicher Werdegang nicht wirklich vorwärts. Doch dann konnte ihn sein Manager überreden, für ein Miniserienprojekt vorzusprechen. Und so kam es, dass er 2001 in der von Steven Spielberg und Tom Hanks mitproduzierten Reihe Band of Brothers: Wir waren wie Brüder in acht Folgen Lynn D. (Buck) Compton darstellte. Bis heute gilt diese Minireihe übrigens noch als eine der besten, die jemals im Fernsehen gelaufen ist.

Neal McDonough

Immer wieder Superhelden

Für Neil McDonough bedeutete dies den Durchbruch. Denn bereits ein Jahr später würde er von Steven Spielberg für dessen Verfilmung der Philip K. Dick Story Minority Report in der Rolle des Fletcher gecastet. Spätestens damit war er endlich in der Riege der bekannten Schauspieler angekommen und konnte seine Karriere weiter fortsetzen.

Wobei er bei der Wahl seiner Projekte von Medium zu Medium sprang. So sprach er 2005 in The Incredible Hulk: Ultimate Destruction erneut Bruce Banner, also jene Figur, deren Stimme er bereits in den 1990ern war. Ein Jahr später wirkte er in dem Clint Eastwood Kriegsfilm Flags of our Father als Captain Severance mit. Bekannt war er auch für sein Mitwirken in der Serie Desperate Housewives, wo er von 2008 bis 2009 als Dave Williams mitwirkte.

Nachdem Neil McDonough in Sachen Superheldenadaptionen bislang nur bei Marvel aktiv war, sollte sich das 2010 ändern. Denn in diesem Jahr sprach er in DC Showcase: Green Arrow das erste Mal den titelgebenden Superhelden. Eine Rolle, die er auch in DC Showcase: Superman/Shazam!: The Return of the Black Adam wahrnahm. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass er einen Charakter von diesem Verlag darstellte.

Ab jetzt auch Produzent

Doch zunächst war er wieder bei Marvel zu sehen. In Captain America: The First Avenger (2011) sollte er Timothy „Dum Dum“ Dugan, ein Mitglied des Howling Commandos, spielen und so an der Seite des Titelhelden gegen Hydra zur Zeit des Zweiten Weltkriegs kämpfen. Zwei Jahre darauf sprach er in dem Videospiel Injustice: Gods Among Us diverse Figuren, darunter ebenfalls Flash oder Nightwing. 2013 war aber auch das Jahr, in dem er in dem Marvel One-Shot: Agent Carter erneut seinen Charakter aus dem Captain America-Film darstellen sollte. Was er ebenso ein Jahr später in einer Folge von Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. und 2015 in Marvel’s Agent Carter erneut übernahm.

2015 spielte Neil McDonough schließlich bei einer Realverfilmung einer DC-Comicfigur mit. Die Rede ist von der Serie Arrow, die ja auch das gleichnamige „Arrowverse“ startete. Für 20 Folgen stellte er den Gegenspieler des Titelhelden Damien Darhk dar. Einen Charakter, zu dem er später wieder zurückkehren sollte, wie beispielsweise bis 2020 vier Mal in The Flash.

Doch zunächst startete er ein zweites Karrierestandbein, als er nämlich 2016 das erste Mal als Produzent arbeitete. Das war in der Sportbio Greater, wo er auch der Hauptdarsteller war. Ebenfalls 2016 spielte in der DC-Serie Legends of Tomorrow erneut Damien Darhk. In 21 Episoden, verteilt bis ins Jahr 2020, sollte er die Heldentruppe, die im Zentrum der Reihe stand, nerven. 2018 war er für sechs Folgen in der Kevin-Costner-Serie Yellowstone zu Gast.

Glaube über alles

2020 war er außerdem in der Videospielverfilmung Sonic the Hedgehog als Major Bennington zu sehen und mit The Warrant kam ein Western in die Kinos, wo er neben einem der Hauptdarsteller auch der ausführende Produzent war. 2021 sprach er in der Trickfilmserie What If…? erneut Dum Dum Dugan, war in Resident Evil: Welcome to Racoon City William Burkin und produzierte Red Stone. Zuletzt konnte man ihn in dem Actionfilm Boon sehen, den er ebenfalls produzierte und mit am Drehbuch schrieb. Auch spielte Neil McDonough in Left Behind: Rise of the Antichrist eine kleine Rolle an der Seite von Kevin Sorbo.

Der Schauspieler ist gläubiger Katholik und weigert sich deshalb, Sex- oder Kussszenen zu drehen. Laut ihm führte dies dazu, dass er von der Serie Scoundrels gefeuert wurde. Er ist seit 2003 mit dem südafrikanischen Model Ruvé Robertson verheiratet, mit der er fünf Kinder hat.

Neil McDonough im Web

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Götz Piesbergen

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