[ENT 028] Carbon Creek

Lesezeit circa: 5 Minuten

In „Carbon Creek“ erzählt T’Pol vom eigentlichen Erstkontakt der Vulkanier mit den Menschen, an dem ihre Urgroßmutter T’Mir beteiligt war.

Staffel 1, Episode 28 – 2152
„Carbon Creek“ – „Carbon Creek“

Die Handlung

Carbon Creek 1
Die gestrandeten Vulkanier

Zum einjährigen Jubiläum von T’Pol (Jolene Blalock) an Bord der Enterprise gibt es ein Abendessen im Speiseraum des Captains. Archer (Scott Bakula) spricht sie darauf an, warum sie vor Antritt ihres Dienstes in Carbon Creek gewesen sei. T’Pol erklärt, dass sie den Ort des Erstkontakts besuchen wollte. Trip (Connor Trinneer) und Archer erinnern sie daran, dass dieser aber in Bozeman, Montana, stattfand. Daraufhin beginnt sie die Geschichte ihrer Urgroßmutter zu erzählen.

T’Mir war mit drei weiteren Vulkaniern im Jahre 1957 zur Erde geflogen, um den ersten Satellitenstart der Menschheit zu beobachten. Der Sputnik. Dort ging jedoch etwas schief, die Crew sendete ein Notsignal ab und stürzte auf der Erde ab. Der Captain der Crew starb und die drei Vulkanier versuchten zu überleben. Sie mussten jedoch, nachdem die Notrationen aufgebraucht waren, in den nächsten Ort, um dort Nahrung zu bekommen. Sie nahmen kleine Jobs an und führten ein unauffälliges Leben. Mestral freundete sich mit der Einwohnerin Maggie an, zum Missfallen von T’Mir.

Nach drei Monaten gehen die drei davon aus, dass das gesendete Notsignal nicht empfangen werden konnte und sie somit den Rest ihres Lebens auf der Erde verbringen müssen. Der Sohn Maggies hat ein Teilstipendium, jedoch kann Maggie trotz aller Spendenaktionen ihm das Studium nicht ermöglichen. T’Mir tut dies leid und verkauft am Patentamt eine Erfindung: Den Klettverschluss. Das Geld spendet sie anonym und ermöglicht dem Sohn Maggies somit das Studium. Plötzlich bekommen die drei die Nachricht, dass ein Schiff sie in drei Tagen abholt. Mestral überzeugt T’Mir davon, auf der Erde zu Studienzwecken zu verweilen. Sie willigt ein und erklärt ihn bei Abholung für tot und eingeäschert, genau wie den Captain.

Trip wendet ein, dass doch irgendwann aufgefallen seien müsse, dass er spitze Ohren gehabt habe – spätestens nach seinem Tod. Daraufhin erwidert T’Pol nur, dass es eine Geschichte sei. Archer und Trip sind sich sicher, dass T’Pol ihnen einen Bären aufgebunden hatte. T’Pol verlässt später den Speiseraum und kehrt in ihr Quartier zurück, wo sie etwas aus ihrem Schrank holt. Die Handtasche, welche T’Mir in Carbon Creek erwarb und verwendete.

Rezension von „Carbon Creek“

Carbon Creek 2
T’Mirs Handtasche aus Carbon Creek

Die Folge insgesamt würde ich als unterhaltend bezeichnen. Wir bekommen eine losgelöste Episode, ohne tiefere Bedeutung für die Hauptstory und ohne größere Charakterentwicklung, jedoch trotzdem eine, welche man gemütlich schauen kann.

Die Charakterentwicklung in dieser Episode ist auf T’Pol beschränkt und auch da nur auf ein paar Kleinigkeiten. Zum einen sehen wir hier eine T’Pol, die Wein trinkt – was sie bisher nie tat. Auch nicht den kleinsten Schluck Alkohol überhaupt. Und zum anderen zeigt sie ihre emotionale Seite, da sie die Handtasche ihrer Urgroßmutter T’Mir aufbewahrt hat und offenbar irgendeine Nostalgie damit verbindet.

Ansonsten kann man zu dieser Episode noch sagen, dass die Produzenten sich wirklich große Mühe gegeben haben. Das kleine verschlafene Örtchen Carbon Creek ist glaubhaft im Jahr 1957 zu spüren, denn hier ist wirklich an alles gedacht worden. Die Autos, die Kleidung, das Verhalten der Dörfler und auch die kleinen Details wie die Nennung von zeitlich passenden Fernsehsendungen, im Hintergrund laufende Musik und genutzte Technologie sind alle stimmig. An der Stelle ein großes Lob.

Was mir nicht ganz gefallen hat, ist die Figur T’Mir. Hier weiß ich allerdings nicht, ob T’Mir einfach nur so flach geschrieben wurde, dass sie wie eine T’Pol Kopie erscheint, oder ob Jolene Blalock einfach an ihrer schauspielerischen Grenze angelangt war. So oder so ist es schade. Denn in mehreren Serien kam Ähnliches bereits vor, dass ein und derselbe Schauspieler ein späteres oder früheres „Ich“ spielte, oder gar einen Vorfahren seiner selbst, und trotzdem zwei verschiedene Persönlichkeiten glaubhaft verkörpert wurden. Ein Beispiel wäre hier Kate Mulgrew als Captain Janeway in der Episode „11:59“.

Schlussendlich kann ich leider nicht viel mehr zu dieser Episode sagen, da der Handlungsstrang auch nicht allzu umfangreich war und auch für den weiteren Verlauf der Serie nicht wirklich wichtig ist.

Fun Facts

  • Der Erfinder des Klettverschlusses war Georges de Mestral. Er war Schweizer und erfand den Klettverschluss 1951. Mestral war der Vulkanier, welcher laut T’Pols Geschichte auf der Erde verblieb.
  • In der Episode wird die Serie „I love Lucy“ genannt. Sie führte durch ihren Erfolg zur Gründung der „Desilu-Studios“, die letztlich Star Trek produzierten.

Der deutsche Titel

„Carbon Creek“ als Titel zu wählen, war ein zweischneidiges Schwert. Einerseits genial, da es auch dem Ort entspricht, an dem alles spielt und der erste Kontakt stattfindet (oder vielleicht auch nicht). Auf der anderen Seite ist es auch stumpf, da es recht einfallslos ist. „Der erste Kontakt“ wäre doch eine schöne provokante und leicht verwirrende Idee gewesen. Oder wie seht ihr das? – Ab in die Kommentare!

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Martin Kistner
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Martin Kistner

Martin ist Jahrgang 1988 und neben seiner Leidenschaft für Star Trek auch Gamer, Modellbauer und Autor.

Ein Gedanke zu „[ENT 028] Carbon Creek

  • 21. Januar 2020 um 08:43
    Permalink

    Was den deutschen Titel angeht, da sind wir uns ja eh uneins, wir wie festgestellt haben: „Der erste Kontakt“ wäre nicht gegangen. Wir haben bereits einen Film und eine Episode TNG die sowohl im Original als auch auf Deutsch so oder so ähnlich heißen. Das wäre dann also wirklich einfallslos, außerdem nimmt der deutsche Titel dann schon wieder einmal einen Teil der Handlung vorweg, wenn auch nur einen kleinen.
    Deswegen bevorzuge ich in der Regel die originalen. Bei diesen versteht man häufig erst am Ende der Folge die Bedeutung des Titels. Bei deutschen ist es häufig so, dass man bereits eine grobe Idee der Handlung nur durch den Titel bekommt.

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