Die Menschheit wird mit einer außerirdischen Präsenz auf der Erde konfrontiert.
Der Kampf um die Wahrheit
Nachdem die Wettermoderatorin Margaret Fairchild (Emily Blunt) einen roten Kardinalvogel gesehen hat, spricht sie plötzlich fließend Fremdsprachen und kann die Gedanken anderer Menschen lesen. Während sie den Wetterbericht vorliest, beginnt sie schließlich, in einer fremden Klicklautsprache zu reden, weshalb die Sendung abgebrochen werden muss. Sie kommt ins Krankenhaus, wo plötzlich vermeintliche FBI-Agenten auftauchen, doch die weiß, dass es sich um ganz andere Agenten handelt, die ihr ans Leder wollen.
Zusammen mit ihrem Freund Jackson (Wyatt Russell) flieht Margaret aus der Klinik und erhält plötzlich Eingebungen von einem ihr unbekannten Mann namens Daniel Kellner (Josh O’Connor), der ebenfalls auf der Flucht ist. Kellner hat bis vor kurzem als Cyberexperte für den Wardex-Konzern gearbeitet, der Wissen über Außerirdische geheim hält. Er ist jedoch der Meinung, dass dieses Wissen allen Menschen gehört. Damit ist er nicht allein. Hugo Wakefield (Colman Domingo) hat eine ganze Gruppe ehemaliger Wardex-Mitarbeiter um sich geschart, die die Wahrheit publik machen möchten. Da es aber nur Daniel gelungen ist, mehrere Datenträger sowie ein außerirdisches Gerät zu entwenden, setzt Wakefield alles daran, ihn aus der Gefahrenzone zu lotsen.
Auf der Flucht wird Daniel von seiner Freundin Jane Blankenship (Eve Hewson) begleitet, die einst Nonne war und ihn vorübergehend in einem Kloster unterbringen kann. Als er sie mit der Wahrheit konfrontiert, droht ihr Weltbild zusammenzubrechen. Sie bleibt dennoch an seiner Seite, was sich zu einem Problem entwickelt. Über ein weiteres außerirdisches Gerät kann nämlich der Wardex-CEO Noah Scanlon (Colin Firth) telepathischen Kontakt zu ihr aufnehmen und so Daniels Standort herausfinden. Als dieser vor seinen Männern flieht, zuvor aber noch Jane aus einem Farmhaus rettet, kann Scanlon von ihr Besitz ergreifen und ihn attackieren.
Mit knapper Not können die beiden entkommen und steigen in einem Motel ab. Dort kann Scanlon ihn erneut tracken, doch bevor seine Leute eintreffen, übergibt er Jane das außerirdische Artefakt und schickt sie durch ein Hinterfenster damit weg. Er selbst wird vorerst verhaftet. Margaret, die sich zwischenzeitlich von ihrem skeptischen Freund, der sie an die Behörden ausliefern wollte, trennen musste, hat dies alles telepathisch mitbekommen und rettet ihn von einem schwerbewachten Firmengelände. Sie benutzt dabei telepathische Trugbilder, um die Wachen zu täuschen.
Nach einer wilden Verfolgungsjagd treffen sie sich mit Wakefields Leuten in einer Halle, wo dieser das Haus aus Margarets Kindheit nachgebaut hat. Mit einem dritten Artefakt, welches er entwendet hat, löst er eine Rückführung in ihre Kindheit aus. Sowohl Margaret als auch Daniel wurden einst von Außerirdischen entführt und sind nun auserwählt, der Menschheit, welche kurz vor dem Ausbruch eines dritten Weltkrieges steht, die Wahrheit zu enthüllen.
Erneut werden sie von Scanlons Privatarmee eingeholt, doch mit dem Artefakt kann Fairchild das Haus, die Mitarbeiter und zwei Feuerwehrwagen tarnen, um so ihre Flucht zu ermöglichen. Dabei zerfällt jedoch das Alien-Gerät. Sie fährt ins Studio ihres TV-Senders, wo Daniel sämtliche UFO-Daten in den Server überspielt und sie eine Sondersendung vorbereitet. Doch der Wardex-CEO ahnt diesen Schritt voraus und lässt die Stromversorgung kappen sowie den Notstromversorgung lahmlegen.
In letzter Sekunde erscheint Jane und überreicht Margaret Daniels Artefakt, mit dem sie die Stromversorgung wiederherstellen kann. Scanlon gibt unerwartet auf und setzt sich hin, um die Show zu genießen. Hunderte UFO-Videos und Alien-Aufnahmen gehen auf Sendung, was umgehend von anderen TV-Sendern aufgegriffen wird, sodass es zu einer weltweiten Offenlegung kommt. Und als Krönung erscheint noch ein grauer Alien im Studio.
Teils haarsträubende Logikfehler
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Steven Spielberg der UFO-Thematik annimmt. Während es bei Unheimliche Begegnung der dritten Art (1977) noch das Militär war, welches einen Kontakt zu Außerirdischen mit allen Mitteln vertuscht hat, ist es diesmal der fiktive Wardex-Konzern. Doch in diesem gibt es Whistleblower, die mit geheimem Material an die Öffentlichkeit gehen wollen. Dafür gibt es durchaus reale Vorlagen, wie den Whistleblower Bob Lazar, der auf der Area 51 gearbeitet hat und behauptete, dass Rüstungskonzerne wie Lockheed-Martin Zugang zu Alien-Technologie hätten.
Die Inspirationsquelle von Spielberg ist also offensichtlich. Jedoch ist es nicht die Aufgabe solcher Konzerne, die Geheimhaltung abzusichern. Die gehören zwar zum militärisch-industriellen Komplex, doch die Absicherung geheimer Testanlagen wie der Area 51 übernehmen immer noch das Militär sowie Wachdienste und außerhalb sind die Geheimdienste zuständig. Es ist völlig abwegig, dass Konzernvertreter als Men in Black erscheinen, wie jene, die Margaret Fairchild im Krankenhaus auflauern.
Unrealistisch ist auch die anschließende Verfolgungsjagd. Zwar entledigen sich alle Flüchtigen ihrer Handys, um nicht geortet werden zu können, aber was ist mit den ganzen Überwachungskameras, den Handys Dritter und den Überwachungssatelliten? Da braucht Wardex-CEO Scanlon echt ein außerirdisches Gerät, was in der deutschen Synchro aus unerfindlichen Gründen „Device“ genannt wird, um den Whistleblower Kellner ausfindig zu machen? Da ist selbst der letzte Jason Statham-Actionfilm Shelter (2026) realistischer und zugleich beängstigender.
Wardex schafft es aber nicht einmal, den abtrünnigen Wakefield ausfindig zu machen, der sich mit einer ganzen Gruppe Überläufer in einer Halle mitten in einer Großstadt aufhält und dabei auch noch ständig mit den Flüchtigen telefoniert. Mal angenommen, dass der Konzern nicht einfach so auf die Datennetze zugreifen kann oder darf, stellt sich die Frage, warum Scanlon nicht einfach die CIA oder NSA um Hilfe bittet? Die könnten doch alle Gesuchten im Nullkommanix ausfindig machen und würden bei einer solch brisanten Angelegenheit die Zusammenarbeit bestimmt nicht ablehnen. Aber statt das üppige Arsenal irdischer Überwachungstechnologie ins Spiel zu bringen, hängt alles vom außerirdischen „Device“ ab.
Das außerirdische Gerät an sich ist ebenfalls fernab jeder Logik und hat mehr mit Magie als mit Technologie zu tun. Es kann Personen unsichtbar machen, telepathische Brücken bauen und die Benutzer sogar fremde Körper übernehmen lassen. Allerdings nicht den von Daniel, denn weil der mal von Aliens entführt wurde, verursacht das bei ihm eine Art Rückkopplung. Eine nachvollziehbare Erklärung gibt es dafür natürlich nicht.
Wie Scanlon das Artefakt benutzt, um Kellners Standort zu ermitteln, erinnert derweil stark an das Phänomen Remote Viewing, doch für Fernwahrnehmung braucht es eigentlich keine Technologie. Selbige braucht Margaret auch nicht, um alle Soldaten auf dem Gelände von Wardex Trugbilder sehen zu lassen. Für das Trugbild in Wakefields Halle braucht sie dann aber plötzlich doch ein Gerät. Dieses wird durch die optische Illusion derart beansprucht, dass es kurz darauf zerfällt. Ein anderes Gerät liefert hingegen genügend Strom für den ganzen TV-Sender, ohne zu zerfallen.
Bei dem Finale fragt man sich außerdem, wozu die ganze Verfolgungsjagd? Schon in dem abgelegenen Farmhaus hätten Scanlons Leute Daniel einfach über den Haufen schießen können. Doch nicht einmal mit einer fremdgesteuerten Jane kann er ihn aufhalten. Als er samt den Beweisen dann doch gefasst wird, macht Noah nicht etwa kurzen Prozess mit ihm, sondern lässt sich von Margaret übertölpeln. Dass die den Wachmann an der Einfahrt zum Wardex-Gelände mit dem Jedi-Gedankentrick täuschen kann, mag noch okay sein. Aber nicht, dass sie es bei ausnahmslos allen Söldnern gleichzeitig schafft. Die arbeiten für einen Konzern, der mit Alien-Technologie hantiert, und sind alle komplett unvorbereitet? Hatten die keine Ausbildung? Keine Schulung? Kein Training?
Den nächsten Agenten, der das Auto der beiden Flüchtigen an einem Bahnübergang von hinten rammt, kann Fairchild dann wieder nicht telepathisch manipulieren, da sie mit Bremsen beschäftigt ist. Der Wagen wird von einem Zug erfasst und mitgeschleift. Das ist ein typisches Motiv für Steven Spielberg, der als Kind im Kino ein Zugunglück gesehen hat und danach ähnliches mit seiner Spielzeugeisenbahn nachstellte. Diese Kindheitserinnerung hat er später in seinem teils autobiografischen Film Die Fabelmans (2022) verarbeitet und nun auch in Disclosure Day.
Der nächste Halt ist die Halle, in der Hugo Wakefield das Haus von Margaret nachgebaut hat. Ein ziemlich teurer Aufwand, um sie in ihre Kindheit zurückzuversetzen. Eine normale Hypnoseregression hätte es vermutlich auch getan. Und überhaupt scheint dies nicht der richtige Zeitpunkt, um Erinnerungen wach zu rufen. Immerhin befinden sich Fairchild und Kellner auf der Flucht und Wakefield will die Daten veröffentlichen, bevor Scanlon sie ihm wieder wegnimmt. Und warum haben die Aliens nicht von sich aus die verdeckten Erinnerungen der beiden freigeschaltet? Immerhin konnten sie selbiges mühelos mit Margarets sprachlichen und telepathischen Fähigkeiten.
Okay, man wollte das Kinopublikum an allem teilhaben lassen, nur ergibt es keinen Sinn, dass Wakefield so lange wartet, bis seine Halle von Wardex-Söldnern umstellt ist. Ebenso wenig Sinn ergibt es, dass Scanlon nicht längst ein zweites Team zum Sender geschickt an, um Fairchild und Kellner dort abzufangen, obwohl er diesen Schritt doch vorausgesehen hat. Dann lassen seine Leute Daniels Freundin Jane einfach mit einem Artefakt durch, welches die Stromversorgung wiederherstellt und statt jetzt alle Zeugen auszuschalten oder wenigstens zu verhaften, setzt er sich einfach auf einen Stuhl und schaut zu, wie Margaret alles öffentlich macht, was er vertuschen wollte. Woher der plötzliche Sinneswandel?
Der Wardex-Konzern ist ein völlig unglaubwürdiger Gegner, der zwar eine Privatarmee unterhält, aber offenkundig nicht bereit ist, Ernst zu machen. Obendrein tauchen weder Militär noch Geheimdienste auf, um die Offenlegung ihres größten Geheimnisses zu verhindern. Wie unrealistisch ist das denn? Wenn es schon in der Realität eine ganze Reihe rätselhafter Todesfälle von Offizieren des US-Militärs und Ingenieuren des militärisch-industriellen Komplexes international Schlagzeilen macht, sollte man doch erwarten, dass im Film hart durchgegriffen wird. Das Massaker könnte man problemlos als Terroranschlag verkaufen und Zweifler an der offiziellen Version würde man als Verschwörungstheoretiker diffamieren.
Das Verhalten, was Noah Scanlon an den Tag legt, ist dagegen völlig irrational. Aber der Film braucht ja ein Happy End. Das hätte man auch anders und vor allem glaubwürdiger herbeiführen können, aber mit Logik hat es dieser Film nicht so sehr. Und so wird zur Krönung am Ende noch ein großer grauer Alien im Rollstuhl ins Studio geschoben. Wo kommt der plötzlich her? Ach egal, wen interessiert das noch? Wenn die Aliens sich offenbaren wollten, um einen 3. Weltkrieg zu verhindern, hätten sie sich auch gleich zu erkennen geben können. Wozu zwei menschliche Auserwählte einen Spießrutenlauf durchmachen lassen, wenn man einfach mit ein paar Mutterschiffen über allen Hauptstädten der Erde hätte auftauchen können?
Philosophischer Schlagabtausch
Im Gegensatz zu Unheimliche Begegnung der 3. Art (1977) und E.T. – der Außerirdische (1982) ist Disclosure Day alles andere als ein gut durchdachtes Meisterwerk. Einfach nichts scheint hier irgendeinen Sinn zu ergeben. Zumindest sind aber die Intensionen durchaus positiv. Die Menschheit steht am Rande eines 3. Weltkrieges, der sich an einem Konflikt innerhalb von Nordkorea zu entzünden droht, statt wie in der Realität im Nahen Osten oder der Ukraine. Wie es scheint, kann nur noch ein beispielloser Kulturschock die Menschheit von ihrem fatalen Weg abbringen: Die Erkenntnis, dass wir nicht allein im Universum sind.
Doch konservative Geister wie Noah Scanlon sind der Meinung, die Menschheit könne eine solche Erkenntnis nicht verkraften. Ein telepathisches Gespräch zwischen ihm und dem abtrünnigen Hugo Wakefield wird dabei zum Herzstück des Films. Wie Hugo erklärt, ist die Fähigkeit zur Empathie der Schlüssel zum nächsten Schritt in der menschlichen Evolution. Die Außerirdischen sind uns in diesem Punkt weit voraus und wenn sich die Menschheit ebenfalls zu einer raumfahrenden Zivilisation entwickeln möchte, statt sich gegenseitig auszulöschen, muss auch sie diesen Entwicklungssprung in ihrer Evolution schaffen.
Natürlich hätte Hugo noch einige Argumente mehr ins Spiel bringen können. Als Noah argumentiert, dass große Umbrüche zum Schaden der Menschheit wären, hätte er die wissenschaftliche Revolution der Renaissance anführen können, welche das finstere Mittelalter beendete. Oder das Zeitalter der Aufklärung, die industrielle Revolution, das Computer-Zeitalter usw. All das waren große Umbrüche, welche die Menschheit vorangebracht haben. Die Welt, die Scanlon verteidigt, ist derweil dem Untergang geweiht. Könnte die Offenbarung einer außerirdischen Präsenz die kapitalistische Wirtschaft oder religiöse Dogmen zum Einsturz bringen? Ja, durchaus. Aber zum einen ist das nichts, was der Erhaltung wert wäre, und zum anderen steht die Menschheit angesichts des drohenden 3. Weltkriegs ohnehin vor ihrer Auslöschung. Ein Kulturschock wäre da das geringste Übel und eher noch eine Chance!
Außerdem sind keineswegs alle Menschen zu unreif für die Erkenntnis, dass sie nicht allein im Universum sind. Die Wissenschaft geht schon länger davon aus und dank der Science Fiction ist die breite Masse längst an den Gedanken Außerirdischer gewöhnt. Sogar der Vatikan steht dem Thema offen gegenüber. In Disclosure Day wird der religiöse Konflikt durch Jane verkörpert, die zunächst nicht akzeptieren kann, was ihr Freund Daniel ihr offenbart. Später ruft sie dann im Kloster an und eine Ordensschwester erklärt ihr, dass Gott die Menschen auf dieser Welt geschaffen habe, was nicht ausschließe, dass er auch Leben auf anderen Planeten erschaffen haben könnte. Die Offenlegung einer außerirdischen Präsenz würde also nicht zwangsläufig zur Implosion aller Religionen führen. Der Vatikan hat sich sogar bereit erklärt, auch Außerirdische zu taufen, obwohl die wahrscheinlich keinen Bedarf dafür haben werden.
Die Offenlegung ist ein langwieriger Prozess
Genug herum philosophiert: Was genau ist denn nun die Wahrheit? Werden wir sie je erfahren? Interessanterweise fällt der Kinostart von Disclosure Day in eine Zeit, in der US-Machthaber Trump tatsächlich die Offenlegung von UFO-Akten angekündigt hat. UFO-Enthusiasten haben den ersten Veröffentlichungen auf der extra eingerichteten offiziellen Staatswebseite alien.gov lange entgegengefiebert. Als diese jüngst online ging, war die Ernüchterung jedoch groß. Um nicht zu sagen das Entsetzen! Statt der Wahrheit über Außerirdische, gibt es auf der Seite widerwärtigste Hetze gegen Migranten. Das englische Wort „Alien“ bedeutet nämlich in erster Linie „Fremder“. So meinte der Sänger Sting mit „I’m an alien“ eben nicht, dass er ein Außerirdischer sei, sondern lediglich ein „Englishman in New York“. Inzwischen müsste er sich deswegen Sorgen machen, weil ICE-Agenten ihn jederzeit verhaften könnten. Aber was hat man von einem Fremdenfeind wie Trump anderes erwartet? Dass er Aliens auf der Erde willkommen heißen würde, wo er nicht einmal Menschen leiden kann?
Immerhin ein paar UFO-Dokumente, Bilder und Videos hat die US-Regierung am 8. Mai 2026 dann doch veröffentlicht und das Material ist durchaus interessant. Allerdings nicht die erhoffte Sensation, denn eine klare Aussage über die Natur des UFO-Phänomens, welches man heutzutage mit dem noch schwammigeren Begriff UAP („Unidentified Aerial Phenomenon“) betitelt, gibt es nicht. Die Videos sind nicht spektakulärer als jene, die bereits 2017 geleakt worden sind und deren Echtheit später vom Pentagon bestätigt wurde. Dies führte damals auch zum Auffliegen des geheimen Pentagon-Forschungsprogramms AATIP.
Die USA sind zudem nicht die erste Nation, die ehemals geheime UFO-Akten offenlegt. Über 20 weitere Länder haben ihre UFO-Akten bereits teilweise oder ganz veröffentlicht und zwar beginnend in den 1990ern. Darunter Belgien und Frankreich (Cometa Report, 1997), Großbritannien (2008), Kanada und die Ukraine (2009), Neuseeland (2010), Brasilien (2013) und Spanien (2016). Einige Länder haben sogar staatliche UFO-Forschungsbehörden, unter anderem Frankreich (GEIPAN), Chile (SEFAA) und Peru (OIFAA). Die amerikanischen UFO-Enthüllungen bringen also absolut keinen neuen Erkenntnisgewinn!
Obendrein ist der Disclosure-Prozess nicht von Trump angestoßen worden. Bereits Ende der 1970er wollte der demokratische Präsident Jimmy Carter (1924-2024), der selbst ein UFO gesehen haben will, die amerikanischen UFO-Akten offenlegen, scheiterte damit allerdings. Ab den frühen 2000er Jahren meldeten sich dann immer mehr ehemalige Militär-, Geheimdienst- und NASA-Mitarbeiter vor dem National Press Club zu Wort, bis es schließlich 2023 zu einer offiziellen UFO-Anhörung vor dem US-Kongress kam. Das war noch unter der Präsidentschaft von Joe Biden.
Deutschland ist so ziemlich das letzte Land auf Erden, in dem das Thema immer noch lächerlich gemacht wird. So titelte das ZDF auf seiner Webseite: „Weißes Haus veröffentlicht mutmaßliche UFO-Akten“. An diesen Akten ist nichts „mutmaßlich“, das ist alles höchst offiziell. „Mutmaßlich“ könnte man höchstens schreiben, wenn es um die außerirdische Natur ginge, denn das bestätigen die Akten tatsächlich nicht. Aber um „unidentifizierte Flugobjekte“ handelt es sich definitiv, sonst könnte man ja sagen, um was es sich handelt.
Bei der Berichterstattung der deutschen Medien, die das Thema komplett aus den Hauptnachrichten im TV heraushalten, gewinnt man den Eindruck, dass eine Offenlegung wie in Steven Spielbergs neustem Werk um Deutschland komplett einen Bogen machen würde, wie einst die Banane um die DDR. Hierzulande scheint noch das geozentrische Weltbild zu gelten, mit dem Mensch als Krone der Schöpfung. Allerdings ist man in den USA unter Trump nicht wirklich viel weiter. So bezeichnete dessen Vize J. D. Vance Außerirdische jüngst als „Dämonen“. Braucht der jetzt einen Aluhut oder eher einen Exorzisten?
Böse Zungen behaupten derweil, Trump wolle mit den UFO-Akten lediglich von den viel brisanteren Epstein-Akten ablenken. Das greift jedoch zu kurz. Es geht vielmehr darum, ein neues (imaginäres) Feindbild aufzubauen. Wenn man einmal die ganzen Spekulationen über Außerirdische außer Acht lässt und sich des rationales Verstandes bedient, kann es hier um nur eine Sache gehen: Die Militarisierung des Weltraums! In einer Welt, in der sich die Großmächte längst binnen weniger Minuten mit atomar bestückten Hyperschallraketen gegenseitig auslöschen können, gibt es eigentlich keinen Bedarf für Weltraumwaffen. Die Rüstungskonzerne möchten uns diese jedoch verkaufen und Elon Musk steht mit seinem Unternehmen Space X bereits in den Startlöchern, sie in den Orbit zu schießen. Das Einzige, was noch fehlt, ist ein Vorwand. Und was wäre besser als solcher geeignet, als eine außerirdische Bedrohung?
Natürlich existiert keine solche Bedrohung. Nicht einmal dann, wenn die Erde tatsächlich von Außerirdischen besucht wird. Die Weltraumwaffen sollen auch gar nicht gegen Aliens zum Einsatz kommen, denen unsere Technologie vermutlich ohnehin hoffnungslos unterlegen wäre, sondern gegen irdische Ziele. Die Idee ist dabei keineswegs neu. Schon Präsident Ronald Reagan (1911-2004) puschte das Star Wars-Programm und fantasierte vor der versammelten UN mehrfach eine außerirdische Bedrohung herbei.
Steven Spielberg sieht das als Unterstützer der Demokraten natürlich ganz anders und präsentiert uns mit Disclosure Day freundliche Aliens als Erlöser. Ob die in der Realität tatsächlich einen 3. Weltkrieg verhindern würden, werden wir schon sehr bald erfahren oder eben nicht. Ein Atomkrieg scheint derzeit jedenfalls wahrscheinlicher als ein Erstkontakt.
Hat Spielberg seine Hausaufgaben gemacht?
Nun strotzt Disclosure Day vor Logikfehlern und ignoriert völlig, was bereits weltweit an UFO-Akten veröffentlicht wurde. Doch hat Steven Spielberg, der sich seit jeher für die UFO-Thematik begeistert, wenigstens Expertenwissen einfließen lassen? Bei Unheimliche Begegnung der 3. Art hatte er immerhin den Leiter des Projekt Blue Book, Alan Hynek (1910-1986), als Berater ins Boot geholt. Damals fanden erstmals die Grey-Aliens Einzug in die Popkultur.
Die Greys spielen auch in Disclosure Day die tragende Rolle, wo erneut zwischen großen und kleinen Grauen unterschieden wird. Da hört es dann aber schon auf. Die extradimensionale Komponente wird nicht thematisiert und das Entführungsphänomen wird auf zwei Personen reduziert. Da war Spielberg in der von ihm produzierten Serie Taken (2002) schon mal weiter. Einmal davon abgesehen, dass Bud Hopkins (1931-2011) und der Harvard-Psychologe John E. Mack (1929-2004) bereits tausende Fälle aus aller Welt zusammengetragen hatten, erscheint es doch sehr unglaubwürdig, dass die Außerirdischen wieder einmal nur die USA im Blick haben. Das ist schon ein regelrechter Running Gag. Warum landen die immer nur vorm Weißen Haus?
Ebenso kommen in Spielbergs neustem Film nur UFO-Abstürze auf US-Territorium vor, darunter der legendäre Roswell-Crash von 1947 und der Kecksburg-Absturz von 1965, wobei bei Letzterem inzwischen von einer Geheimentwicklung des US-Militärs ausgegangen wird. Der wesentlich interessantere Zwischenfall im brasilianischen Varginha von 1996 ist dem Regisseur keine Erwähnung wert, obwohl das US-Militär damals ebenfalls involviert war. Nun ja, vielleicht hat der Vorfall auch einfach nicht ins Konzept gepasst, weil die von mehreren Augenzeugen gesichteten Aliens angeblich orange statt grau waren.
Und das ist der nächste Punkt. Bei Spielberg scheint es nur die Grauen zu geben, dabei wurde jüngst auf Fox News enthüllt, dass wenigstens vier Spezies bekannt seien, von denen die Greys nur eine sind. Okay, Trumps Hofberichterstatter sind jetzt vielleicht keine seriöse Quelle, aber auch andere Quellen nennen die vier erwähnten Spezies und noch weit mehr. 2001 sprach der ehemalige US-Army Sgt. Clifford Stone vor dem National Press Club in Washington von sage und schreibe 57 Spezies. Wenn sich Spielberg schon auf das Disclosure Project bezieht, warum klammert er dann solche Details aus?
Andererseits sind in den Videos, die am Ende seines neusten Werkes der Weltöffentlichkeit gezeigt werden, Dutzende verschiedene Raumschifftypen zu sehen. Unwahrscheinlich, dass die alle nur einer Spezies gehören sollen. Steven Spielberg ignoriert völlig die Komplexität des UFO-Themas und pickt sich nur Dinge heraus, die in sein Narrativ von den Grey-Aliens als Heilsbringer passen. Das ist nicht einmal sonderlich innovativ, sondern kopiert nur die Asgard aus Stargate: Kommando SG-1. Das mag für den unbedarften Kinogänger passen, aber für jeden UFO-Enthusiasten ist das Ergebnis eine Enttäuschung.
Immerhin beim Thema Kornkreise hat Spielberg sich sehr nah an diverse Schilderungen gehalten. Es gibt sogar Videoaufnahmen von der Entstehung solcher Kreise, die offenkundig als Vorlage für die Szene im Film gedient haben. Allerdings waren in diesen auch fliegende Orbs (Lichtkugeln) zu sehen, welche der Film dann wieder ausklammert.

Fazit zu Disclosure Day: Maximal die Halbwahrheit über UFOs
Der erhoffte Hit ist Disclosure Day leider nicht. Eher eine Achterbahnfahrt voller Widersprüche, deren wenige philosophische Ansätze die Logikfehler nicht aufheben können. Der Film hätte vielleicht funktioniert, wenn der Fokus mehr auf den drohenden 3. Weltkrieg gelegt worden wäre und die Aliens eine aktivere Rolle gespielt hätten. Zudem hätte Spielberg das Budget schonen können, indem er einfach offizielle UFO-Videos ins Finale eingebaut hätte, die längst von verschiedenen Nationen veröffentlicht worden sind. Das hätte dem Film mehr Glaubwürdigkeit verliehen. Eine Offenlegung, wie sie der Film zeigt, wird es in der Form nicht geben. Und falls doch, müsste man sofort skeptisch werden.
Nichtsdestotrotz gibt es ein paar gute Gänsehautmomente, die noch eher im Gedächtnis bleiben, als der Soundtrack von John Williams, der bei weitem nicht an seine früheren Arbeiten für Spielberg herankommt, wie z. B die Kompositionen für Jäger des verlorenen Schatzes (1981) oder Jurassic Park (1993). Diese Filme waren echte Meisterwerke! Disclosure Day fällt dagegen in die Kategorie: Interessant, aber man hatte sich mehr davon erhofft. Zumal es sich um Spielbergs Lieblingsthema handelt. Über die Wahrhaftigkeit des UFO-Phänomens soll an dieser Stelle nicht geurteilt werden, doch wenn man das Thema schon anpackt, dann wenigstens konsequent und das ist hier einfach nicht geschehen.
Info
Drehbuch: Steven Spielberg (Story) & David Koepp
Regie: Steven Spielberg
Musik: John Williams
Kamera: Janusz Kamiński
Schnitt: Sarah Broshar
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Warpskala
Warpskala- Disclosure Day – Tag der Wahrheit (2026) (Zweitrezension) - 2. Juli 2026
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- Blade Runner 2039 – Ash (Johnson, Guinaldo) - 23. Juni 2026

