[DSN 080] Das Wagnis

Lesezeit circa: 5 Minuten

Das Wagnis, das die Defiant eingeht, geht beinahe nicht auf.

Getrennt

Die Defiant unter dem Kommando von Benjamin Sisko (Avery Brooks) trifft sich mit einer Delegation der Karemma. Es geht um Handelsgespräche, in deren Verlauf sich herausstellt, dass die Ferengi, die als Mittelsmänner fungieren, insgeheim kräftig mitverdienen.

Doch dann greifen Schiffe der Jem’Hadar das Treffen an und das Schiff der Karemma flieht in die Atmosphäre eines nahegelegenen Gasplaneten. Die Defiant folgt und versucht, die Gegner unter erschwerten Bedingungen mit limitierter Wahrnehmung auszuschalten. Die schlagen allerdings zurück und beschädigen das Raumschiff enorm.

Schon bald ist die Crew voneinander getrennt. Ein schwer verletzter Benjamin Sisko wird von einer besorgten Kira Nerys (Nana Visitor) umsorgt. Lieutenant Commander Worf (Michael Dorn) und Chief O’Brien (Colm Meaney) versuchen im Maschinenraum das Schiff zum Laufen zu bringen und gleichzeitig die Jem’Hadar zu besiegen. Dabei offenbart der Klingone Probleme bei der Mannschaftsführung. Julian Bashir (Alexander Siddig) und Jazdia Dax (Terry Farrell) sind in einem Flur eingesperrt, wobei die Trill vorher giftige Gase eingeatmet hat. Und Quark (Armin Shimerman) und der Handelspartner der Karemma, Hanok (James Cromwell), befinden sich im Verhandlungszimmer. Schon bald haben sie sich um einen nicht explodierten Jem’Hadar-Torpedo zu kümmern.

Eine kleine Bottle-Show

Am Ende gelingt es, die Schiffe der Dominiontruppen zu vernichten. Und zurück auf Deep Space Nine zeigt sich, dass sich die Beziehungen zwischen den einzelnen Besatzungsmitgliedern verändert hat.

Das Wagnis ist eine kleine Bottle-Show. Mit nur wenigen Ausnahmen und spärlichem Einsatz von Spezialeffekten ist es den Machern von Deep Space Nine gelungen, eine spannende und abwechslungsreiche Episode zu erschaffen. Eine, die eine klaustrophobische Atmosphäre besitzt, die nicht unähnlich der eines Uboot-Thrillers gleicht.

Was die Folge so gut macht, ist, dass sie die Crew in kleinere Einzelteile aufsplittet, die, ohne eine Möglichkeit miteinander zu kommunizieren, auf sich alleine gestellt sind. Dabei wird so einiges angesprochen, was die Beziehungen zwischen den Crewmitgliedern verändern wird. So kommen Julian Bashir und Jazdia Dax auf die Verliebtheit des Arztes zu Beginn der Serie zu sprechen. Und am Ende wird klar, dass die zwei gute Freunde geworden sind. Auch wie Kira Nerys versucht, den Captain, ihren hoch verehrten Abgesandten, am Leben zu erhalten, ist grandios geworden. Hier verändert sich ebenfalls die Beziehung, was man daran sieht, wie Benjamin Sisko den Major zu einem Baseballspiel einlädt.

Das Wagnis

Ein Klingone erhält wertvolle Szenen

Doch die besten Szenen sind die, in denen Worf auftritt und die zwischen Quark und dem Karemma. Es wurde auch langsam Zeit, dass der Klingone etwas zu tun kriegt. Denn bis auf den Der Weg des Kriegers-Zweiteiler sowie die Nebenhandlung in Der Hippokratische Eid wurde er nicht so oft verwendet, wie man es sich eigentlich wünschen würde. Man muss bedenken, dass hier Nachholbedarf besteht, da er im Vergleich zu den anderen Deep Space Nine-Offizieren drei Staffeln im Rückstand ist, was seine Charakterentwicklung angeht.

Und so ist es schön zu sehen, was für eine Wandlung er in Das Wagnis durchmacht. Ist er zu Beginn hart und schroff, merkt er nach einem Gespräch mit Chief O’Brien, dass er sich ändern muss. Was er danach auch sofort anwendet. Es mag sein, dass das ein wenig zu schnell ist. Aber das ändert nichts daran, dass es eine Handlung ist, in der Worf glänzen kann. Man nimmt ihm die Schroffheit ab, vor allem, wenn man bedenkt, dass er noch nicht lange in der Kommandolaufbahn der Sternenflotte ist. Er hat noch einiges zu lernen und hoffentlich, hoffentlich wird dies wieder aufgenommen.

Die Szenen zwischen Hanok und Quark sind hingegen Comedy pur. Doch der Humor lenkt nicht ab, sondern erweitert das Sehvergnügen. Zu sehen, wie der Ferengi versucht, bei dem Karemma gemeinsamen Grund zu finden, um die Geldquelle weitersprudeln zu lassen, ist genial. Vor allem, weil die beiden so unterschiedlich sind, was ihr Verständnis von Geldverdienen angeht.

Das Wagnis ist ein absoluter Hochgenuss. Eine spannende Atmosphäre, die die klaustrophobisch engen Räume der Defiant exzellent ausnutzt. Der deutsche Titel passt auch zur Handlung, da sehr viele dieser Wagnisse eingegangen werden. Der englische Episodenname lautet Starship Down und ist ebenfalls in Ordnung.


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Götz Piesbergen
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