[DSC 024] Projekt Daedalus

Lesezeit circa: 6 Minuten

Admiral Cornwell kommt an Bord der Discovery und setzt Kurs auf die Basis von Sektion 31.

Staffel 2, Folge 9 – Sternzeit unbekannt
„Projekt Daedalus“ – „Project Daedalus“

Die Handlung von „Projekt Daedalus“

Admiral Cornwell verhört Spock mit einem Lügendetektor und stellt fest, dass er überzeugt davon ist, niemanden getötet zu haben. Die Admirälin hat allerdings Videomaterial, welches das Gegenteil beweist und vermutet eine List von Sektion 31, denn die dafür zuständigen Admiräle haben schon seit Wochen nicht mehr auf ihre Nachrichten reagiert. Die Discovery fliegt also zu einer alten Strafkolonie, in der sich das Hauptquartier der Geheimorganisation befindet. Als sie dort ankommen, werden sie von automatischen Minen angegriffen, die gezielt den Antrieb außer Gefecht setzen.

Spock und Burnham suchen nach einer Erklärung dafür, dass der Rote Engel ausgerechnet Spock als Empfänger für seine Visionen ausgesucht hat. Sie suchen in einer Partie Schach nach Spocks verlorener Logik, geraten aber in eine hitzige Debatte, in der Spock zunehmend emotional wird – so sehr, dass er sogar das Schachbrett zerstört.

Die Discovery wird vom Außenposten gerufen und nach einer Unterhaltung mit Admiral Patar beschließen Captain Pike und Admiral Cornwell ein Außenteam auf die Station zu schicken. Burnham geht mit Airiam und Nhan rüber und entdeckt, dass Admiral Patar bereits seit zwei Wochen tot ist. Offenbar hat Control nun wirklich die Kontrolle übernommen und sämtliche Lebewesen im Hauptquartier getötet. Control will die Daten der Sphäre über künstliche Intelligenz und Airiam ist der Überbringer. Gerade in dem Moment, in dem Burnham und Nhan informiert werden, übernimmt Control wieder Airiam und bekämpft die Beiden. Mit Müh und Not wird sie in einer Luftschleuse eingesperrt, von der sie ins All katapultiert wird, kurz bevor sie ihre Mission vollenden kann.

Projekt Daedalus

Kritik

Yeah, wir bekommen eine tolle Hintergrundgeschichte zu Airiam. Schade, dass sie genau in der Folge stirbt. Und dann auch noch so unnötig. Hätte man sie nicht einfach in eine Zelle an Bord der Discovery beamen können, als sie durch die Luftschleuse rausgezogen wurde? Bei Tyler ging es ja auch und der war nicht kybernetisch verbessert. Aber immerhin: Airiam wurde hier nicht einfach als böse dargestellt, sondern als Opfer der Umstände, mit Hintergrund, Emotionen und dem Willen, ihre Freunde zu schützen. Das macht ihr Ende nur noch emotionaler.

Die Folge ist gespickt mit Déjà-Vus, wenn man es so nennen will. Schwebendes Blut und Leichname erinnern an Star Trek VI, eine KI, die die Kontrolle übernimmt an Terminator oder Resident Evil (den Film). Airiam, die nach einem Shuttleunfall wiederhergestellt wurde, erinnert sehr an Robocop. Solche Anleihen darf man sich ruhig holen. Generell merkt man, dass Trek-Veteran Frakes hier mal wieder am Werk war. Er versteht auch intensive Szenen nicht zu hektisch werden zu lassen, auch wenn der Kampf Burnham gegen Airiam teilweise ziemlich wie Power Rangers aussah.

Bei diesem Kampf setzt Airiam übrigens Nhan außer Gefecht, indem sie ihr das Atmungsgerät abreißt, wonach sie sich vorher noch extra erkundigt hat. Nhan wird bewusstlos und als Airiam in der Schleuse steckt kümmert sich niemand um Nhan. Das fiel sogar meiner Frau so sehr auf, dass sie laut: „Kümmert sich mal wer um die Frau am Boden?“ rief. Eigentlich untypisch für sie. 😉

Ethan Pecks Spock ist gewöhnungsbedürftig. Warm bin ich mit ihm noch nicht so wirklich geworden, da er doch deutlich von Quintos oder Nimoys Spock abweicht – aber, Spock steht hier auch ziemlich unter Druck, deswegen kann ich mich mit dem anderen Spock schon abfinden. Noch kaufe ich Peck halt einfach nicht den Spock ab. Das kann aber noch werden.

Burnham

Nur Burnham ist mal wieder … Burnham. Sie unterbricht den Captain und vollendet seine Sätze. Sie verweigert den Befehl, Airiam ins All zu befördern um sie zu retten, wohlgemerkt, exakt die Burnham, die ein paar Folgen vorher noch zur Euthanasie bereit war. Hier versucht sie aber auf Teufel komm raus Airiam zu retten, die ihr selbst sagt, dass sie gefährlich ist. Ach ja, und sie ist natürlich auch wild entschlossen, die Unschuld von Tyler zu beweisen. Sie ist die Einzige, die daran glaubt und die Fakten sprechen nun mal zu Beginn der Folge noch sehr deutlich gegen Tyler.

Noch ein Wort zu Nhan: Wie wird man eigentlich als Ingenieur der Sicherheitschef der Discovery?

Fazit: Ich weiß, ich meckere viel, auch über Folgen, die mir eigentlich gefallen. Diese gefiel mir sogar außerordentlich gut, so sehr, dass sie mir eindrucksvoll zeigte, was ich in Discovery vermisse. Man sieht die Crew kaum in der Freizeit. In den Erinnerungen von Airiam, die wir zu sehen bekamen, saßen Detmer, Tilly, Owosekun und Airiam am Tisch und unterhielten sich. Sie sprachen über Kadis-kot und dass Detmer nicht mehr mit Airiam und Tilly spielen will. Solche Szenen vermisse ich. In so ziemlich allen anderen Trek-Serien oder Filmen sieht man die Crew häufig beim Entspannen in der Freizeit. Das reicht bei vielen Charakteren schon, um ihnen ein wenig mehr Tiefgang zu geben. In Discovery ist alles sehr zweckorientiert.

Funfacts
  • Control wird hier zum ersten mal als K.I. bezeichnet, womit die Angabe aus den Sektion 31 Romanen über Control zum Canon wird
  • Airiam ist nun offiziell ein Cyborg – sie bezeichnet sich selbst als „cybernetically augmented“
  • Es gab ein echtes Projekt Daedalus in den 70ern
  • Nhan wird als Barzanerin bestätigt
Der deutsche Titel

Projekt Daedalus ist die korrekte Übersetzung des Originaltitels. Daedalus ist in der griechischen Mythologie ein Erfinder, der sich selbst und seinem Sohn Ikarus Flügel aus Wachs und Federn herstellt, um von einer Insel zu fliehen, auf der die beiden gefangen gehalten werden. Ikarus ignoriert die Warnung des Vaters, nicht zu nah an die Sonne zu fliegen, da sonst das Wachs schmilzt und stirbt. Der Rote Engel hat ebenso flügelähnliche Strukturen. Ist das Projekt Daedalus eventuell der Urprung des Roten Engels? Oder ist dies etwa ein Bezug auf das echte Projekt Daedalus?

Steady

Marco Golüke

Marco ist Jahrgang 78 und mit Star Trek, Star Wars, Galaxy Rangers, Babylon 5 und was es nicht noch alles gibt groß geworden. Er ist der Gründer, Chefredakteur und Herausgeber dieses Magazins und kümmert sich somit auch um alles Organisatorische. Nebenbei schreibt der Familienvater auch noch Kinder- und Kurzgeschichten.
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Marco ist Jahrgang 78 und mit Star Trek, Star Wars, Galaxy Rangers, Babylon 5 und was es nicht noch alles gibt groß geworden. Er ist der Gründer, Chefredakteur und Herausgeber dieses Magazins und kümmert sich somit auch um alles Organisatorische. Nebenbei schreibt der Familienvater auch noch Kinder- und Kurzgeschichten.

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