Review: DSN 124 – Zu den Waffen

Lesezeit circa: 6 Minuten

Zu den Waffen heißt es im Finale der fünften Deep Space Nine-Season.

Kein Weg zurück

Die Lage zwischen der Föderation und dem Dominion verschlechtert sich immer mehr. Immer mehr Kriegsschiffe werden aus dem Gamma- in den Alphaquadranten geschickt. Benjamin Sisko  (Avery Brooks) greift daher zu drastischen Maßnahmen und lässt das Wurmloch verminen, wohl wissend, dass er damit einen Krieg auslösen kann. Doch ist das die einzige Alternative, die ihm bleibt.

Allerdings gilt es zahlreiche Schwierigkeiten zu überwinden, ehe es soweit ist. Probleme wie, dass verhindert werden soll, dass die Jem’Hadar sich einfach ihren Weg freischießen. Oder was mit Bajor geschehen soll. Die Zeit drängt, denn das Dominion wird diese Provokation nicht auf sich sitzen lassen.

Es ist soweit. Was sich über all die Staffeln hinweg angedeutet hat und aufgebaut wurde, geschieht jetzt. Der Krieg zwischen der Föderation und dem Dominion bricht offiziell aus. Nach den Ereignissen in Zu den Waffen gibt es keinen Weg zurück mehr.

Zeit für die Nebenfiguren muss sein

Dabei wird diese endgültige Eskalation langsam und behutsam aufgebaut. Die Folge nimmt sich Zeit, nicht nur, um die Vorbereitungen für den Konflikt darzustellen, sondern ebenso ein paar Momente der Heiterkeit und Fröhlichkeit einzustreuen. Und zwar in Form der Hochzeit zwischen Rom (Max Grodenchik) und Leeta (Chase Masterson).

Es war schon immer ein Qualitätsmerkmal von Dee Space Nine, dass die Serie sich die Zeit nahm, auch die Nebenfiguren zu beleuchten. Dementsprechend ist wunderschön zu sehen, wie die Liebe zwischen den zwei so unterschiedlichen Charakteren in Zu den Waffen die nächste Stufe nimmt. Wobei es natürlich zu Problemen kommt, wie sich schon direkt am Anfang der Folge zeigt, als die beiden Schwierigkeiten haben, ein passendes Hochzeitskleid auszusuchen.

Es ist herrlich zu sehen, wie nervös Rom auf die kommende Ehe reagiert und auf die Tatsache, dass Benjamin Sisko die Trauungszeremonie durchführt. Nur um dann quasi gleichzeitig auf die rettende Idee zu kommen, wie das Minenfeld erhalten bleibt. Es beleuchtet perfekt die beiden Seiten seines Charakters: sein Genie, wenn es um technische Dinge geht, aber auch seine Naivität und Tollpatschigkeit, sobald es um soziale Sachen geht. Doch hat man nie das Gefühl, dass sich hier über ihn lustig gemacht wird. Im Gegenteil: Es macht ihn sympathisch, wenn er sich über den ersten Ehestreit freut. Oder er auf DS9 zurückbleibt, um als Spion zu arbeiten.

Die Rückkehr von alten Verhältnissen?

Interessant ist auch die Reaktion von Quark (Armin Shimerman) auf die Eheschließung. Zunächst nörgelt er an der Hochzeit herum und gibt der Ehe keine große Chance, lange zu überdauern. Nur um dann später in Zu den Waffen doch noch zu seinem Bruder zu sagen, wie stolz er auf ihn ist.

Doch hauptsächlich dreht sich alles um den aufziehenden Krieg zwischen der Föderation und dem Dominion in all seinen Aspekten. Und ein Mal mehr muss man Respekt vor Benjamin Sisko haben, der überwiegend einen kühlen Kopf bewahrt und in Ruhe seine Anweisungen gibt. Dabei berücksichtigt er nicht nur die Bedürfnisse der Föderation, sondern auch die von Bajor. So empfiehlt er den Bajoranern, den Nichtangriffspakt mit dem Dominion zu unterzeichnen, wodurch das Volk und der Planet erstmal sicher sind. Dabei ist ebenso die verbale Auseinandersetzung mit Weyoun (Jeffrey Combs) großartig, als klar wird, dass es Krieg geben wird. Hier begegnen sich zwei Charaktere auf Augenhöhe, die hinter die Fassade der schönen Worte blicken können, die sie von sich geben.

Stellt sich natürlich die Frage, wie lange dies so sein wird. Denn man merkt in Zu den Waffen, dass die Sichtweise der Cardassianer nicht unbedingt mit denen des Dominions deckungsgleich sind. Während Letztere sich an den Nichtangriffspakt halten wollen, egal was auch geschieht, scheint Gul Dukat (Marc Alaimo) eher der Auffassung zu sein, dass jetzt wieder die alten Verhältnisse zurückkehren und sein Volk über Bajor herrscht. Es würde mich nicht wundern, wenn hier die Saat für einen späteren Konflikt gelegt wird, der dem Krieg eine komplett neue Wendung geben könnte.

Es wird ernst!

Diese Episode hat viele Höhepunkte, große und kleine. Sei es der Moment, wo man sieht, dass Jake Sisko (Cirroc Lofton) auf DS9 zurückbleibt, um von dort aus über die Geschehnisse zu berichten, was übrigens auch das einzige Mal ist, wo Benjamin Sisko ausrastet. Der Augenblick, wo die Minen sich tarnen und aktivieren. Und natürlich ebenso der Kampf der Station gegen die angreifende Dominionflotte.

Dass die Raumstation im Vergleich zu Beginn der Serie Zähne erhalten hat, dass konnte man bereits in der Folge Der Weg des Kriegers II sehen. In Zu den Waffen präsentiert sich die Station ein Mal mehr von ihrer besten Seite, in dem sie sich noch besser schlägt, als in der Auseinandersetzung mit den Klingonen. Es ist unglaublich, wie viel sie einsteckt und wie viel sie austeilt. Der Respekt der Gegenseite ist wohl verdient.

Die Episode endet mit einer sabotierten Station, die von den Cardassianern dennoch überglücklich in Besitz genommen wird, sowie einem hinterlassenen Versprechen Benjamin Siskos, dass er bald wieder zurückkommen wird. Und in der letzten Szene sieht man, wie sich Raumschiffe der Föderation und der Klingonen versammeln. Womit ein für alle Mal klar ist, dass es ernst wird. Ein besseres Ende hätte man sich für diese Episode nicht wünschen können.

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Götz Piesbergen
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