Dieses Mal beschäftigt sich Julian Wangler mit den Ferengis. Und als Unterstützung hat er dieses Mal Stefan Rösner dabei.

Irritation
Es dürfte wohl kaum ein Volk geben, das in Star Trek eine solch erstaunliche Entwicklung durchgemacht hat, wie die Ferengi. Als sie das erste Mal in Der Wächter auftraten, sollten sie noch die Big Bads der TNG-Serie werden, scheiterten damit allerdings auf ganzer Linie. Erst nach und nach wurde aus diesen Möchte-Gern-Schurken ein herrlich schräges Volk, dass der Menschheit und dem Kapitalismus den Spiegel vorhielt.
Die Ferengi-Allianz ist damit auch das nächste Volk, mit dem sich Julian Wangler in seiner Die Völker von Star Trek-Romanreihe beschäftigt hat. Wobei er dieses Sachbuch nicht alleine verfasst hat. Er hat dieses Mal wieder Unterstützung von Stefan Rösner erhalten, mit dem er schon zuvor einige Male zusammengearbeitet hat. So hat er beispielsweise gemeinsam mit diesem Das Romulanische Imperium oder Star Trek: Voyager Relaunch geschrieben.
Leider begehen die beiden Autoren denselben Fehler, der auch zu Beginn von der Star Trek – Chronik gemacht wurde. Es ist unklar, wer was beigetragen hat. Das Vorwort scheint zum Beispiel Julian Wangler selbst verfasst zu haben, da er hierbei auf seine früheren Sachbücher verweist. Allerdings irritiert es dabei, dass das dann von „Die Autoren“ unterschrieben worden ist.
Alles abgedeckt
Ansonsten hat man wieder ein Sachbuch, dass einmal mehr versucht, jeden Aspekt zu abzudecken. Man hat die Zeitleiste, in der man vieles über die Geschichte der Ferengi erfährt. Natürlich werden ebenso die Erwerbsregeln mit berücksichtigt, wobei sie in diesem Fall nicht einfach so gelistet werden. Sondern auch genannt wird, wo sie das erste Mal auftauchen. Womit nicht nur die diversen Fernsehfolgen gemeint sind, sondern ebenso das Buch „Die Mythen und Legenden der Ferengi“.
Gleichzeitig wird natürlich auch das Scheinwerferlicht auf eine der prominentesten Familien dieser Spezies gerichtet. Quark und sein Clan erhalten ein Extra-Kapitel, was, angesichts ihrer Bedeutung für die Weiterentwicklung bei der Darstellung der Ferengi durchaus gerechtfertigt ist. Ebenso wird auch der Beta-Kanon gewürdigt, was mir als Fan von diesem besonders gut gefällt.
Was man sich wünschen würde, wäre mehr Einheitlichkeit, was die Einschübe zu Beginn eines jeden neuen Kapitels angeht. Mal handelt es sich um fiktive Texte von Quark himself. Ein anderes Mal sind es Sachtexte über den Ferengi-Marauder oder die Sprache dieser Spezies.
Leider nicht überzeugend
Natürlich gibt es hier ebenfalls wieder fiktionale Kapitel. Dieses Mal allerdings nicht, wie es bei den Borg der Fall ist, solche, in denen Julian Wangler versucht eine narrative Lücke mit seinen eigenen Ideen zu schließen. Sondern vielmehr handelt es sich um ein Interview mit einem Xenokulturwissenschaftler. Und das ist leider von allen bisherigen fiktiven Werken des Autors (Falls er es geschrieben hat und nicht Stefan Rösner oder von beiden, womit wir wieder bei der Kritik der Übersicht sind, wer was verfasst hat) das bislang am wenigsten überzeugende Werk. Das Problem, dass dadurch, dass es auf drei Kapitel aufgeteilt worden ist, es sich wie ein Lückenbüßer anfühlt. Das es dazu eingebaut wurde, um das Buch auf eine bestimmte Seitenanzahl zu bringen. Und so interessant sich die Gedanken des Wissenschaftlers zu Beginn noch lesen, irgendwann schaltet man mental ab, weil es einen dann schlicht und ergreifend nicht mehr interessiert.
Es ist schade, dass dem so ist. Denn ohne diese Mankos hätte dieses Sachbuch durchaus das Potenzial gehabt, auf demselben Niveau wie das über die Borg zu landen.
Info
Autoren: Julian Wangler, Stefan Rösner
Titel: Die Völker von Star Trek – Die Ferengi-Allianz
Verlag: BoD – Books on Demand
Erschienen: 03/2026
Einband: Taschenbuch
Seiten: 250
ISBN: 9783695725410
Sonstige Informationen: Produktseite
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