[Kolumne] Die Geschichte eines Perry Rhodan-Tattoos

Lesezeit circa: 6 Minuten

„Echt jetzt?“ – Tattoos sind sicher nicht für jeden etwas, Fan-Tattoos erst recht nicht. Trotzdem ziert seit Kurzem ein gewisser Perry Rhodan meinen Oberarm.

Nicht jeder Mensch mag Tattoos, meine Frau zum Beispiel ist nicht vollumfänglich begeistert davon, dass ich inzwischen einige habe. Das ist auch okay, denn Geschmäcker sind verschieden. Trotzdem habe ich mich vor einer Weile entschieden, dass mein nächstes Tattoo im weitesten Sinne ein Fan-Tattoo wird: Perry Rhodan.

Nun ist es sicherlich ein größerer Schritt, sich ein Motiv seines Lieblings-Science-Fiction-Franchise stechen zu lassen. Es gilt, das passende Motiv zu finden, einen Tätowierer, der das wunschgemäß hinkriegt und doch bleibt ein wenig die Befürchtung, dass es nicht so wird, wie man es sich vorstellt. Aber der Reihe nach.

Der Grund

Das Foto meines neu – und unter Schmerzen – erworbenen Körperschmucks rief in den gängigen Gruppen der sozialen Netzwerke fast durchgehend positive Reaktionen hervor. Von „Geilomat“ über „Reschbeggd!“ bis hin zu „Boah, sehr geil gemacht!“ von Uschi Zietsch persönlich, war alles dabei. Es gab aber auch ein paar wenige ungläubige Kommentare und das ist im ersten Moment durchaus verständlich, Fan-Tattoos sind schon etwas sehr spezielles. Was zum Beispiel, wenn man irgendwann das Interesse an dem Franchise verliert? Deshalb braucht es gute und wichtige Gründe sowie einige Überlegungen, wie man es genau angeht.

Bei mir waren die Gründe tatsächlich einfach. Ich lese Perry Rhodan, seit ich zwölf oder dreizehn Jahre alt bin, also inzwischen seit siebenundzwanzig oder achtundzwanzig Jahren – dementsprechend würde ich mich als durchaus treuen Fan ansehen. Der wichtigste Grund ist jedoch ein viel persönlicherer: Zu Perry Rhodan bin ich durch meinen Vater gekommen, der mir damals ein paar Hefte der 5. Auflage in die Hand drückte. Sein Lieblingsmotiv war – dreimal dürft ihr raten – Band 19 mit eben jenem Perry Rhodan, der nun meinen Oberarm verschönert. Leider ist mein Vater vor zwanzig Jahren mit Anfang 40 viel zu früh verstorben und bereits seit meinem ersten Tattoo war klar, dass ich ihn unter meiner Haut verewigen wollte.

Ein Schriftzug oder gar ein Portrait wäre zwar nahe liegender gewesen, ich mag es aber bei Tattoos gern ein wenig subtiler. Daher fand ich den Gedanken, eines meiner liebsten Hobbys gedanklich mit meinem Vater zu verknüpfen, immer reizvoller.

Vorüberlegungen und Vorbereitungen

Perry Rhodan
© Perry Rhodan KG, Rastatt

Nun musste ich mich nach bereits drei anderen Tattoos nicht lang überwinden, es anzugehen, aber es sollte – nein musste – perfekt werden. Das Motiv an sich war mir recht schnell klar, es musste Perry himself darstellen. Ich verfolgte allerdings zunächst den Irrweg, das Cover von Band 2875 wäre die bessere Wahl. Generell mag ich Blautöne, die Darstellung von Perry, wie er scheinbar in die Unendlichkeit schaut, finde ich großartig und daher legte ich es als Wunschtattoo fest. Mein eigentlicher Tätowierer fand das Motiv super, wollte – noch vor Corona – eigentlich schnellstmöglich anfangen. Durch die Zwangspause und die Notwendigkeit, das Geld für das Tattoo zunächst zu sparen, verschob es sich aber einige Monate nach hinten. Zum Glück, wie sich herausstellte.

Mein Tätowierer hatte keine Zeit, ich wollte aber unbedingt loslegen und suchte folglich Ersatz. Verschiedenen Bewertungsportalen sowie Empfehlungen von Freunden sei Dank war das nicht so schwierig und ich landete bei Lucky & Friends in Braunschweig. Der Laden war mir sofort sympathisch und wirkte hochprofessionell, also wurde ein Termin gemacht und die restliche Zeit gewartet. Das Motiv schickte ich natürlich schon zur Vorbereitung an Lucky – den Chef dieser kleinen Kette.

Der Termin

Gespannt, aber nicht nervös – war ja wie gesagt nicht mein erstes Tattoo – ging es am großen Tag ins Studio. Dann der erste kleine Schock: Lucky fand das Motiv zwar gut, für ein Tattoo aber leider nicht geeignet. Zu viel Blau, zu viel Schwarz und zu wenig Kontraste im mittleren unteren Bereich. Also Plan B: Perry Rhodan Band 19 – Der Unsterbliche. Ohnehin bei der Motivwahl auf meinem Platz 2 und somit logischer Ersatz. Außerdem wie oben schon erwähnt das Lieblingsmotiv meines Vaters. Eine gute Stunde gemeinsames Basteln, denn das komplette Titelbild passte natürlich nicht auf meinen Arm.

Perry Rhodan
© Perry Rhodan KG, Rastatt

Am Ende kam ein Motiv heraus, in welches ich mich spontan verliebte – somit konnte es endlich losgehen. Obwohl ich den Entwurf großartig fand, blieb ein wenig Angst, dass es als Tattoo doch nicht so perfekt aussehen würde. Diese Befürchtung geriet schnell in den Hintergrund, denn das will ich nicht verhehlen, die Schmerzen bei diesem Hautbild waren erheblich stärker als bei allen meinen anderen Tattoos. Vermutlich aufgrund der vielen farbigen Flächen und des großen Anteils an Weiß – Weiß hat größere Pigmente als andere Tattoofarben und schmerzt somit stärker.

Nach sechs Stunden tätowieren waren wir beide reichlich erschöpft – ich sowieso, aber auch Lucky hatte als Tätowierer eine lange und anstrengende Sitzung hinter sich. Doch es hat sich gelohnt, das Ergebnis übertraf meine Erwartungen sogar noch und nun trage ich unter der Haut meines linken Oberarms sowohl meinen liebsten Raketenheftchen-Helden als auch den Gedanken an meinen Vater.

Perry Rhodan

Perry Rhodan


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Sven Fesser
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Sven Fesser

Sven ist Perry Rhodan Leser seit Anfang der 90er Jahre, aktuell bei NEO, EA und "klassisch" im Bereich der "Kosmischen Burgen" unterwegs. Er ist bei uns für Perry Rhodan NEO verantwortlich.

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