Review: DSN 115 – Der Datenkristall

Lesezeit circa: 5 Minuten

Der Datenkristall sorgt dafür, dass Odo sich verliebt.

Verliebt in eine Verdächtige, klingt nach einer guten Idee

Zwei Gauner dringen in das Quartier eines Indanianers ein und wollen von ihm ein Gerät. Der versucht, sich zu wehren, wird allerdings von einem der Eindringlinge desintegriert. Diese nehmen dies gelassen hin, da sie auf eine Frau warten, die ihnen weiterhelfen kann.

Kurz darauf lernt Constable Odo (René Auberjonois)  eine mysteriöse Frau mit dem Namen Arissa (Dey Young) kennen. Er verliebt sich in sie, obwohl klar ist, dass sie etwas im Schilde führt. Später gesteht sie dem Sicherheitsoffizier, dass sie auf der Flucht vor dem Orion-Syndikat ist und einen Datenkristall besitzt, auf dem wichtige Daten gespeichert sind. Hinter diesem sind jedoch einige Leute her, die nichts Gutes vorhaben.

In Der Datenkristall steht dieses Mal einzig und allein Odo im Mittelpunkt des Geschehens. Es gibt keinen B-Plot, der ja sonst immer, wie beispielsweise in Dr. Bashirs Geheimnis, Anlass zur Kritik war. Eine Episode, die nur aus einem einzelnen Handlungsstrang besteht, hat daher durchaus im Rahmen von Deep Space Nine Seltenheitswert und verspricht gute Qualität.

Der Verlockung widerstanden

Doch diese wird nur bedingt eingehalten. Die Folge ist zwar kein kompletter Reinfall, allerdings ist sie nicht erste Klasse, wie andere Episoden der aktuellen Season. Sie ist eher so Mittelmaß, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Natürlich muss die Schauspielarbeit von Renee Auberjonois gelobt werden, der darstellerisch genau wie Avery Brooks eine Bank ist. Er schafft es auch dieses Mal in Der Datenkristall, allein durch seine Körpersprache mehr auszudrücken, als Worte das vollbringen können. Man merkt seine anfängliche Unsicherheit in der Gegenwart von Arissa, wie er ihr immer mehr verfällt und dabei gleichzeitig auch versucht, weiterhin seinen Job auszuüben.

Man muss der Folge auch zu Gute halten, dass sie der Verlockung widersteht, dass der Constable wegen seiner Affäre sich atypisch verhält oder gar seine Arbeit vernachlässigt. Im Gegenteil: Im Laufe der Episode erhält man immer wieder den Eindruck, dass er weiterhin gute Arbeit macht.

Ein vor sich hinplätscherndes Gefühl

Die anderen Charaktere von Deep Space Nine kommen nur in ein paar Szenen von Der Datenkristall vor. Doch diese reichen aus, um die Kameradschaft zwischen den jeweiligen Figuren zu betonen. So sieht man, wie Julian Bashir (Alexander Siddig) gemeinsam mit Miles O’Brien (Colm Meaney) und Jadzia Dax (Terry Farrell) das nächste Holodeckabenteuer plant, oder wie Worf (Michael Dorn) es nicht mag, wenn hinter Odos Rücken getratscht wird. Dies verstärkt den Eindruck einer Folge, die sich zwar hauptsächlich auf eine Figur fokussiert, aber gleichzeitig auch darauf achtet, dass die anderen Charaktere wenigstens etwas Raum haben, um Präsenz zu zeigen.

Aber das ist am Ende nur nett, reicht allerdings nicht aus, um die Folge wirklich sehenswert zu machen. Denn insgesamt muss bemängelt werden, dass sie gefühlt vor sich hinplätschert. Wer beim Zuschauen Spannung erwartet, der wird enttäuscht sein.

Im Prinzip hätte Der Datenkristall eine klassische Whodunnit-Episode werden können, wo Odo wegen dem Mordfall zu Beginn der Folge ermittelt. Stattdessen kriegt man das Gefühl, dass dieser Tod im weiteren Verlauf der Handlung keine Rolle spielt und die Macher von der Folge sich lieber darauf fokussieren, die Liebesbeziehung zwischen dem Constable und der mysteriösen Arissa darzustellen. Zwar tauchen wiederholt die Mörder in kleinen Sequenzen auf: Doch fühlt sich dies mehr wie eine Erinnerung an, dass diese zwei ja auch noch vorhanden sind. Von Relevanz werden sie erst am Ende der Folge wieder.

Mildes Interesse

Und dann gibt es im Finale einen Plottwist, der eher mildes Interesse erweckt. Es wird eine Verbindung zwischen dem titelgebenden Datenkristall und dem Mord zu Beginn der Folge hergestellt. Auf dem Papier liest sich das natürlich zunächst recht vielversprechend, doch die Art und Weise, wie diese Wendung aufgebaut und ausgeführt wird, verstärkt den Eindruck, dass man sich als Zuschauer diese Episode besser schenkt. Denn die Ausführung wirkt mau und langweilig.

Auf Englisch heißt die Folge A simple Investigation, eine einfache Untersuchung, was besser zur Handlung passt, als der deutsche Titel Der Datenkristall. Denn die originale Folgenbeschreibung deutet ja schon an, dass der Fall alles andere als einfach werden wird.

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Götz Piesbergen
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