What If Captain Carter
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Rückblick: What If …? Staffel 1 & Podcast

Lesezeit circa: 7 Minuten

Die erste Season von What If …? ist vorbei. Zeit, einen kleinen Rückblick zu machen.

Eine Erforschung von Möglichkeiten

Mit dem Begriff What If …? können vor allem langjährige Comicfans etwas anfangen, denn das war der Titel diverser Comics aus dem Marvel-Verlag, in denen innerhalb einer Ausgabe ein Blick darauf geworfen wurde, was geschehen würde, wenn Dinge anders gelaufen wären. Wenn beispielsweise Spider-Man nach der Fernsehshow den Dieb gefangen hätte. Oder was wäre, wenn einige bekannte Marvel-Kreative zu den Fantastic Four geworden wären? Oder was wäre, wenn die Tochter von Peter Parker und Mary Jane überlebt hätte?

Diese und andere Fragen sind in der Reihe beantwortet worden. Und der rote Faden zwischen diesen Geschichten ist häufig der Erzähler gewesen, der sogenannte Watcher Uatu. Jener ist ein Mitglied einer Rasse von hochentwickelten Wesen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, das Geschehen im Universum zu beobachten, ohne jedoch einzugreifen.

Das ist auch in der Fernsehadaption so. Allerdings ist dies die allererste Reihe des Marvel-Studios, die vollständig animiert worden ist. Anders als in  Loki oder The Falcon and the Winter Soldier treten hier keine richtigen Schauspieler vor die Kamera. Stattdessen sprechen einige der bekannten MCU-Darsteller ihre Figuren in dieser Reihe.

Eine Wiederbegegnung mit bekannten Stimmen

Und so warb die What If …?-Serie vor allem damit, dass man in ihr das letzte Mal die Darstellungsarbeit des viel zu früh verstorbenen Chadwick Boseman hören würde. Eine Nachricht, die fast alles andere überschattete, inklusive der überraschenden Neuigkeit, dass Hayle Atwell und Clark Greg ihre bekannten und beliebten Charaktere zum ersten Mal seit Jahren wieder aufnehmen würden. Auch Chris Hemsworth oder Jeff Goldblum nahmen erneut ihre Figuren wahr, derweil Chris Evans, Scarlett Johansson und Robert Downey Jr. durch andere Sprecher ersetzt wurden. Was auch einleuchtende, da ihre Zeit im Marvel Cinematic Universe vorbei ist. Und Uatu ist von Jeffrey Wright gesprochen worden, der in der Originalsynchro seiner Figur die richtige Mischung aus Neugierde und Gravitas verleiht.

Und so fing die Serie am 11. August mit Was wäre, wenn Captain Carter die erste der Avengers geworden wäre?. Es ist ein Beginn nach Maß gewesen, einer, der auch gleichzeitig die Maßstäbe für die kommenden Episoden setzte. Es ist nicht nur das Wiedersehen mit Hayle Atwell, aka Agent Sharon Carter, gewesen, sondern ebenso eine fantastisch erzählte und ebenso spannende Geschichte, die mit einem Cliffhanger endete.

Dies sollte auch zum Markenzeichen der Serie werden: Dass viele der Folgen offen endeten, wobei unklar war, ob und wie das wieder aufgegriffen werden würde. Denn Disney hüllte sich in Schweigen, was den Inhalt der jeweils kommenden Episoden anging. Stattdessen gab es nur Gerüchte und Vermutungen, aber eben nichts Konkretes. Man musste einfach jede Woche abwarten, was dann als Nächstes kommen würde.

Am besten, wenn es düster ist

Dementsprechend ist man jedes Mal überrascht gewesen, wie sehr die Serie sich nach und nach von den jeweiligen Filmvorlagen entfernte. War man in der Captain Carter-Folge noch sehr nahe dran, hatte die Party Thor-Episode bis auf das Aussehen einiger Figuren keine Übereinstimmung mit den Filmen des MCUs. Was vielleicht mit Grund ist, wieso diese die schlechteste der ganzen Season ist.

Am stärksten ist die What If …?-Reihe immer dann, wenn es richtig düster wurde. Da stachen vor allem die Folgen Was wäre, wenn Doctor Strange statt seiner Hände sein Herz verloren hätte?, Was wäre, wenn … Zombies? Oder Was wäre, wenn Killmonger Tony Stark gerettet hätte?, die wiederholt Szenarien präsentieren, die man nicht so einfach abhaken kann. Vor allem das Ende der erstgenannten Episode, in der das Universum dieses Doctor Strange durch dessen Aktionen kollabierte, ist ganz stark gewesen.

Doch das absolute Highlight der Serie ist eine Episode, die eine positive Grundstimmung hatte. Es handelt sich dabei um die zweite Folge, Was wäre, wenn T’Challa zu Star Lord geworden wäre?. Es war einer der letzten Arbeiten von Chadwick Boseman, der den Charakter überhaupt erst so bekannt machte. Und es zeigte sich, dass in diesem Universum viele Dinge sich zum Guten gewandelt hatten, darunter ebenso ein Thanos, der zu den Helden gehörte, auch wenn er merkwürdige Ansichten hegte. Umso tragischer, wenn man hört, dass es die Überlegung gab, dieser Figur eine eigene Serie zu geben. Was sich durch das frühzeitige Ableben des Darstellers erledigt haben dürfte.

Ein enttäuschendes Finale

Eine Gemeinsamkeit vieler Episoden ist, dass Tony Stark nie das Finale erlebte. Entweder weil er, wie in What If …? 003 – Was wäre, wenn die Welt ihre mächtigsten Helden verloren hätte? ums Leben kam, oder weil ihm direkt ins Gesicht gesagt wurde, in Was wäre, wenn der Watcher seinen Schwur gebrochen hätte?, dass er nicht gebraucht werden würde.

Ebenso kann man beobachten, wie der Watcher im Laufe der Serie immer näher ans Geschehen rückte. Er wurde ein paar Mal fast erwischt, bis er in Was wäre, wenn Ultron gewonnen hätte? von dem titelgebenden Androiden entdeckt und angegriffen wurde.

Doch zum Staffelfinale zeigte sich einmal mehr die Neigung von Marvel, dieses zu verhauen. Denn dies passierte, bis auf Ausnahme von Loki, bei bislang jeder Serie von ihnen. Auch dieses Mal geschah das. Zum ersten Mal hat man das Gefühl, dass die Handlung überstürzt war und viele Dinge nur angerissen wurden. So wurde beispielsweise die Gamora aus dem Universum, wo sie Thanos besiegte und die Infinity-Steine vernichtete, nicht ausführlich charakterisiert, was sich spürbar bemerkbar macht. Es schien wohl eine Episode geplant gewesen zu sein, wo sie eingeführt werden sollte. Doch fiel sie anscheinend der aktuellen globalen Pandemie zum Opfer.

Insgesamt? Grandios.

Dennoch: Die erste What If …?-Season ist insgesamt grandios. Und das Schöne ist, man darf sich auf eine zweite freuen, die irgendwann nächstes Jahr herauskommen wird. Dabei darf man bereits jetzt darüber spekulieren, was dann drankommen wird. Es wurde schon gesagt, dass wohl unter anderem die Filme der aktuellen Marvel-Phase thematisiert werden. Doch was ist mit dem Watcher? Wird sein Eidbruch Konsequenzen haben?

Hier muss man auf die Comics gucken, wo er nicht nur gegenüber seinen Artgenossen Rechenschaft ablegen muss, sondern ebenso Wesen, die in der kosmischen Rangordnung über ihm stehen, wie eben The Living Tribunal. Es wäre schön, wenn diese Wesenheiten in der zweiten Season vorkommen würden, und der Eidbruch, den er notgedrungen begehen musste, nicht einfach so unter den Teppich gekehrt wird.

Der Podcast

In der ersten Ausgabe des Superhelden-Teils Marvelous Detectives reden Götz und Marco ebenso über die erste Staffel.

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Götz Piesbergen

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