Spotlight: David Tennant

Lesezeit circa: 7 Minuten

Der Shakespeare-Liebhaber und fünffache Vater David Tennant ist ein Multitalent der Schauspielkunst.

Von McDonald zu Tennant

Am 18.4.1971 kam David John McDonald in Schottland zur Welt. Mit seinen beiden älteren Geschwistern Karen und Blair wuchs er  bei seinen, mittlerweile bereits verstorbenen, Eltern in Ralston in der Nähe von Glasgow auf. Seinen Familiennamen musste er auf Grund seiner Schauspielkarriere gleich zweimal aufgeben. Mit 16 Jahren registrierte er sich bei der britischen Schauspielergewerkschaft. Da es bereits einen Schauspieler mit dem Namen David McDonald gab, musste er einen Künstlernamen wählen und dies war der Nachname des Pet Shop Boy Sängers Neil Tennant. Für sein erstes US-Filmprojekt Fright Night stand er 2011 schon wieder vor dem Problem, den Namen mit einem amerikanischer Schauspieler zu teilen. Um seinen bereits bekannten Künstlernamen behalten zu können, entschied er sich, seinen Familiennamen vollständig hinter sich zu lassen und Tennant als amtlichen Namen zu übernehmen. Auch seine Familie, mit Ehefrau Georgia und den fünf Kindern Ty, Olive, Birdie, Wilfred und Doris, trägt seitdem den Nachnamen Tennant. Georgia Tennant (geb. Moffett) ist die Tochter von Peter Davison, der von 1981 bis 1984 den fünften Doktor in der britischen Erfolgsserie Doctor Who spielte. Das Paar lernte sich 2008 beim Dreh der 4. Staffel der Neuauflage derselben Serie kennen, in welcher David Tennant den 10. Doktor darstellte und Georgia dessen genetisch erzeugte Tochter Jenny. Die Familie lebt im Londoner Stadtteil Chiswick. 

Der Beginn eine Schauspielkarriere

Doctor Who bestimmte das Leben des Schauspielers schon seit er ein kleiner Junge war. Nachdem er im Fernsehen die Regeneration vom 3. Doktor (Jon Pertwee) zum 4. Doctor (Tom Baker) gesehen hatte, eröffnete er seinen Eltern, im Alter von nur 3 Jahren, dass er Schauspieler werden will. Dieses Ziel verfolgte er in seiner Jugend zielstrebig und mit der Hilfe seines Vaters, der als Fernsehprediger Kontakte zum schottischen Fernsehen hatte und den Kontakt zu der schottischen Fernsehikone Edith MacArthur herstellte, gelang dies. McArthur wurde eine Art Mentorin für ihn und sie spielten später auch in einigen Stücken und Serien zusammen. 

Sein Fernsehdebüt gab er im Alter von 16 Jahren in einem Spot einer Anti-Raucher-Kampagne. Kurz darauf, 1988, begann er seine Schauspielausbildung an der Royal Scottish Academy of Music and Drama in Glasgow als Jüngster seines Jahrgangs. Seine erste größere Rolle war die des Campbell Bell in der BBC-Miniserie Takin’ Over the Asylum, in der er einen bipolaren Patienten einer geschlossenen Psychiatrie spielte, der hilft, den klinikeigenen Radiosender wieder aufleben zu lassen. 

David Tennant

Shakespeare

Durch seine Englischlehrerin entdecke er mit ca. 13 Jahren seine Liebe zu Shakespeare und spielte in seiner Karriere regelmäßig und mit Leidenschaft in diesen Stücken mit. Ob als Hofnarr in der Komödie As You Like It, als Romeo in Romeo und Julia,  als Hamlet mit Patrick Stewart als König Claudius, in Viel Lärm um nichts mit Catherine Tate oder in Richard II, er ist immer hervorragend und es lohnt sich wirklich, sich ein Stück in London anzusehen. Die nächste Chance erhält man mit dem Theaterstück Good, in dem David Tennant den deutschen Professor John Halder spielt, der sich 1930 von den Ideen der Nazis beeinflussen lässt. Die Proben mussten auf Grund der Corona-Pandemie immer weiter verschoben werden, das Projekt ist aber nicht aufgegeben. 

David Tennant ist seit 2012 Vorstandsmitglied der Royal Shakespeare Company, erhielt die Ehrendoktorwürde des Royal Conservatoire of Scotland und erklärt gerne und mit Hingabe, warum Shakespeares Stücke immer noch aktuell sind. 

Eine lange Liste erfolgreicher Produktionen

Seine Filmkarriere ist nicht minder beeindruckend. Nachdem er 2005 die Hauptrolle in der von Russell T Davies produzierten Serie Casanova spielte, bot dieser ihm im selben Jahr die Rolle des 10. Doktors in Doctor Who an. Als langjähriger Fan der Serie war er sofort begeistert und spielte den Timelord von 2005 – 2010. Außerdem spielte er den Doktor im Spin-off The Sarah Jane Adventures sowie der Jubiläumsfolge Der Tag des Doktors zum 50. Jahrestag der Serie neben Matt Smith als seinen Nachfolger und John Hurt als Kriegsdoktor. 

Weitere erfolgreiche Serien und Filme folgten. In Harry Potter und der Feuerkelch spielt er den Todesser Barty Crouch jr., in Fright Night neben Anton Yelchin den Magier Peter Vincent oder als Strafverteidiger in Der Anwalt des Teufels. 

Mit Broadchurch (2013- 2017) wurde er erneut zum Publikumsliebling. Als D.I. Alec Hardy übernimmt er einen Fall von Kindesmord in der Provinz, welcher das Küstenörtchen Broadchurch in drei Staffeln beeinflusst. Neben der Oscarpreisträgerin Olivia Colman sind in der Serie 23 weitere  Darsteller aus Doctor Who zu sehen. Darunter die Darstellerin des aktuellen 13. Doktors, Jodie Whitaker, Arthur Darvill, der Rory Williams, den Begleiter des 11. Doktors spielte, oder Eve Myles, die in der dritten Folge der ersten Staffel Gwyneth spielte und in Torchwood Gwen Cooper. Außerdem übernahm der Broadchurch Showrunner Chris Chibnall nach dem Abgang von Steven Moffat das Ruder bei Doctor Who. 2014 spielte David Tennant dieselbe Rolle Emmett Carver erneut, allerdings mit amerikanischem Akzent. Die weniger erfolgreiche US-Adaption Gracepoint wurde allerdings nach der ersten Staffel eingestellt. 

Sein nächstes US-Projekt lief besser. In der Netflix-Serie Marvel’s Jessica Jones spielte David Tennant 2015 neben Kristen Ritter deren Antagonist Killgrave, einen sadistischen Superschurken, der anderen Menschen seinen Willen aufzwingen kann. Hier zeigte er mal wieder, dass er auch als Bad Boy brillieren kann. 

Diesen spielte er auch 2019 in der Darstellung des Dämons Crowley in der BBC-Serie Good Omens, nach dem gleichnamigen Buch von Terry Pratchett. In der Fantasy-Komödie versucht er zusammen mit dem Engel Erziraphael (Michael Sheen) ihre in Jahrtausenden liebgewonnene Erde vor der Apokalypse zu bewahren. Gerade die Chemie zwischen David Tennant und Michael Sheen macht diese Serie wirklich sehenswert, wenn man den etwas abgedrehten Humor und skurrile Storys mag.

Mit Michael Sheen scheint David Tennant seinen besten Kumpel gefunden zu haben. Zumindest verstehen sich die beiden sehr gut und spielen, in der durch den Corona-Lockdown entstandenen Serie Staged, fiktive Versionen von sich selbst. Die aus Videokonferenzen bestehende Serie ist zwar gescripted, aber auch hier stimmt die Chemie zwischen den beiden Darstellern, die aus ihren privaten Wohnzimmern heraus die Aufführung eines Theaterstückes proben, das unter Lockdown-Bedingungen weiter produziert werden soll. In den ca. 30-minütigen Episoden gibt es viele Gastauftritte wie z. B. von Judi Dench, Whoopi Goldberg, Cate Blanchett oder Ewan McGregor. Die kurzen Ausschnitte auf YouTube versprechen eine kurzweilige und witzige Serie, die momentan leider nicht auf deutschen Plattformen verfügbar ist, sondern nur auf BBC One. 

Uns sonst noch ?

Sieht man sich die Liste der Theaterstücke, Filme und Serien an, in denen er mitgespielt hat, fragt man sich, wie es der fünffache Familienvater geschafft hat, nebenbei auch noch in Hörbüchern und Hörspielen zu sprechen. Außerdem ist er auch noch als Synchronsprecher in diversen Animationsfilmen und -serien zu hören. So zum Beispiel in Drachenzähmen leicht gemacht (2010), Shrek: Once Upon a Zime (2011) oder als Dagobert Duck in der Neuauflage der DuckTales (2017-2021). 

Zu guter letzt ist der Mann auch noch megasympathisch in Interviews und im Kontakt mit Fans und man darf gespannt auf seine nächsten Projekte sein. 

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Stefanie Maus

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